Papst beim Angelus: Teilen, das zum Segen wird
Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt
Trotz hochsommerlicher Temperaturen hatten sich die Gläubigen wieder zahlreich auf dem Petersplatz versammelt – zum ersten Angelusgebet, das nach dem dreiwöchigen Sommeraufenthalt in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo wieder in Rom stattfand.
„Christus stillt wirklich den Hunger der Menschheit, unseren Hunger nach Wahrheit und Leben. Zugleich lehrt uns seine Tat, dass nichts vergeudet wird, wenn es geteilt wird,“ betonte der Papst mit Blick auf das Tagesevangelium von der wundersamen Brotvermehrung (Mt 14, 13-21). „Das Anhäufen und das Wegwerfen sind dagegen zwei Seiten desselben Übels: der Habgier. Diese Krankheit der Seele lässt uns das Bewusstsein verlieren, weil sie uns derart durch Reichtümer berauscht, dass wir diejenigen vergessen, die vor Hunger weinen und vor Durst schreien. Und dem Überfluss der vergänglichen Dinge stehen so die ausgestreckten Hände derer gegenüber, die nichts zu essen haben, und die niedergebrannten Häuser derer, die ohne Frieden leben.“
Die Wunder Jesu: sichtbare Zeichen seiner Liebe zu den Menschen
Die Wunder Jesu seien keine Machtdemonstrationen, sondern sichtbare Zeichen seiner Liebe zu den Menschen, so der Papst weiter. Wenn Blinde wieder sehen und Taube wieder hören könnten, schenke ihnen Christus auch eine neue Perspektive: Sie dürfen die Frohe Botschaft hören und das Wirken Gottes erkennen.
Und besonders deutlich werde dies in der Erzählung von der Speisung der Fünftausend:
„Die Begebenheit der Brotvermehrung bedeutet, dass die Begegnung mit dem Herrn eine nährende Erfahrung ist. In der Wüste, also am Ort unserer Not, ist Christus das Brot des Lebens. Durch ihn ist das Lebensnotwendige im Überfluss vorhanden.“
Was geteilt wird, geht nicht verloren...
Jesus begegne den Menschen also in ihrer Bedürftigkeit und sorge für sie. Doch die Brotvermehrung verweist auch auf eine wichtige Wahrheit: Was geteilt wird, geht nicht verloren. Im Gegenteil – es wird zum Segen für viele.
Den Urlaub zu einer Zeit der Geschwisterlichkeit werden lassen
Gerade in einer Welt, die von Konflikten, Ungerechtigkeit und Egoismus geprägt ist, lade Christus dazu ein, einen anderen Weg zu gehen. Sein Blick zum Himmel, das Dankgebet, das Brechen und Austeilen des Brotes seien bereits ein Verweis auf das Letzte Abendmahl, betonte Papst Leo, und gab abschließend noch folgenden Denkanstoß:
„Verkosten wir die Gnade der Eucharistie und bemühen wir uns dabei, deren Schönheit durch unsere alltäglichen Taten zu bezeugen – angefangen beim Tischgebet, wenn wir das Brot in der Familie und unter Freunden teilen. In der Gemeinschaft mit Jesus kann auch der Urlaub zu einer Zeit der Ruhe und Geschwisterlichkeit werden, indem wir diejenigen in unserer Umgebung berücksichtigen, die in Not sind.“
(vaticannews – skr)
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