Papst: Maria zeigt die künftige Vollendung des Menschen
Mario Galgano - Vatikanstadt
Das ältere Modell stellt die „Entschlafung“ der Muttergottes dar. Hierbei liegt Maria im Tod auf einem Katafalk, umgeben von den Aposteln, während der auferstandene Christus ihre Seele in den Armen hält, um sie in die göttliche Herrlichkeit zu geleiten. Diese Darstellungsform, die unter anderem im Apsismosaik der römischen Basilika Santa Maria Maggiore zu sehen ist, hebt die Rolle Christi hervor, der den Menschen zum ewigen Leben führt:
„Dieses erste Modell betont die zentrale Wahrheit: Es ist der gestorbene und auferstandene Christus, der uns zu jenem Ziel führt, für das wir seit jeher bestimmt sind, nämlich zum ewigen Leben.“
Maria in voller Größe im Himmel
Die jüngere, im Westen verbreitete Ikonographie zeigt Maria in voller Größe im Himmel, umgeben von Licht, Engeln und Heiligen. Dieses Bild stützt sich auf die biblische Vision aus der Offenbarung des Johannes von der mit der Sonne bekleideten Frau. Es verdeutlicht die Lehre, dass Maria mit Leib und Seele vollkommen in die Herrlichkeit aufgenommen wurde:
„Dieses zweite Modell betont die Wahrheit, dass Maria mit Leib und Seele, also mit ihrer ganzen Person, in den Himmel aufgenommen wurde. Jene Frau, die auf Erden dem fleischgewordenen Wort Leib und Blut geschenkt und ihm bis zur vollkommenen Einheit im Opfer der Liebe gefolgt ist, ist von ihm für immer in die Herrlichkeit aufgenommen worden.“
Manche Kunstwerke verbänden auch beide Darstellungen, indem sie oben die verherrlichte Jungfrau und unten ihr leeres, mit Blumen gefülltes Grab zeigten, erläuterte Papst Leo weiter.
Zusage für die Gläubigen
Aus diesen theologischen Motiven sei eine Zusage für die Gläubigen abzuleiten, so die Überlegung des Papstes. Denn die an Maria sichtbare Vollendung verweise auf das Ende der Zeiten, in dem die Verwandlung des sterblichen Leibes durch Christus und die Teilhabe am ewigen Leben bevorstehe:
„So ermöglicht uns auch diese Ikonographie, über unsere letzte Bestimmung nachzudenken. Die Fülle des Lebens, die wir heute voll Freude in Maria bewundern, erwartet auch uns am Ende der Zeiten, wenn, wie der heilige Paulus sagt, der auferstandene Christus ,unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes', indem er das Verwesliche mit Unverweslichkeit und das Sterbliche mit Unsterblichkeit bekleidet. Dann werden wir mit unserem durch die Liebe des Erlösers verwandelten Leib in Ewigkeit leben und teilhaben an jenem Fest ohne Ende.“
(vatican news)
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