Papst beim Angelus: In den Stürmen des Lebens auf Gott vertrauen
Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt
Von diesem Gottvertrauen erzählt das Bild vom Sturm auf dem See Gennesaret, wo Jesus „zu seinen Jüngern kommt, indem er auf dem Wasser wandelt“ (vgl. Mt 14,22-33).
Die Jünger können den Sturm nicht stoppen und das Boot nicht einfach zurück ans sichere Ufer bringen. Nach einem großen Erfolg geraten Menschen, die eben noch über sich hinausgewachsen waren, in eine Situation, die sie nicht mehr kontrollieren können.
„Weit vom Ufer entfernt sind sie dem Wind ausgeliefert und kommen nur mühsam voran. Nach einer Erfahrung des Erfolges, bei der sie Protagonisten eines wundersamen Zeichens gewesen waren, finden sie sich nun machtlos und verängstigt angesichts der Bedrohung durch die Wellen und den Gegenwind wieder,“ betonte Papst Leo.
Nach dem großen Erfolg kommt der Sturm...
Nach dem großen Erfolg kommt also der Sturm. Gerade erst haben die Jünger mit Jesus die wundersame Speisung der vielen Menschen erlebt. Sie haben gesehen, was möglich ist, wenn scheinbar nicht genug da ist. Nun sitzen sie in einem Boot, weit vom Ufer entfernt – und plötzlich scheint gar nichts mehr möglich.
In der dunkelsten Stunde kommt ihnen Jesus entgegen
Dann sehen die Jünger in dieser dunkelsten Stunde Jesus, der „ihnen auf dem unruhigen Gewässer entgegenkommt.“ Doch statt Erleichterung empfinden sie zunächst Angst. Sie halten ihn für ein Gespenst. Erst seine Worte geben ihnen Halt: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“.
Wörtlich sagte der Papst:
„Die Gegenwart des Herrn verändert alles: Petrus schafft es sogar, einige Schritte über die Wellen auf ihn zuzugehen; dann erschrickt er, versinkt und Jesus rettet ihn. Als der Meister dann ins Boot steigt, legt sich der Sturm und da entspringt aus dem Herzen der Jünger spontan das Glaubensbekenntnis: ,Wahrhaftig, Gottes Sohn bist du‘" (V. 33).
Um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, sei es nicht genug gewesen, ein Wunder miterlebt oder vor den Menschen Erfolg gehabt zu haben, gab Papst Leo zu bedenken: „Sie mussten die Erfahrung ihrer eigenen Schwäche durchleben und darin die Gegenwart Gottes erkennen. Nur so konnten sie ihre Augen und ihr Herz wirklich für seine Nähe öffnen und auch mitten im Sturm wieder Frieden finden.“
Jesus lässt uns unter keinen Umständen im Stich
Die Jünger mussten also auch ihre eigene Ohnmacht erfahren. Erst im Sturm erkennen sie, was es bedeutet, auf jemanden vertrauen zu können, der Halt gibt, wenn die eigenen Möglichkeiten nicht mehr ausreichen.
„Dieses Wunder lehrt uns also etwas Wichtiges: vor allem, uns angesichts des Erfolgs nicht zu sehr zu überschätzen und niemals überheblich zu werden; und gleichzeitig, nicht zu verzweifeln, auch nicht in dunklen Momenten, in denen wir uns in Anbetracht der Probleme machtlos fühlen und es uns trotz unserer Bemühungen so vorkommt, als würden wir eher Rückschritte machen als voranzukommen. Jesus lässt uns unter keinen Umständen im Stich und wenn wir ihn demütig in das Boot unseres Lebens aufnehmen – durch das Gebet, durch die Sakramente, durch das Hören auf sein Wort –, werden wir in ihm Frieden finden, werden wir Licht und Kraft für unseren Weg finden.“
(vaticannews - skr)
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