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Der Papst beim Angelus heute in Castel Gandolfo Der Papst beim Angelus heute in Castel Gandolfo  (@VATICAN MEDIA )

Papst beim Angelus: Gottes Tisch ist für alle gedeckt

Ungleichheit, Diskriminierung und Ausgrenzung untergraben die Würde von Menschen. Daran hat Papst Leo beim Mittagsgebet an diesem Sonntag erinnert. Wie Jesus in der Geschichte der kanaanäischen Frau, sollte sich auch die Kirche heute vom Wirken Gottes überraschen lassen und den Frieden Christi „über die bereits gezogenen Grenzen hinaus“ weitergeben, so das Kirchenoberhaupt in Castel Gandolfo.

 

Auch an diesem Sonntag sprach Papst Leo XIV. bei seiner Sommerresidenz in Castel Gandolfo, wo er sich noch bis kommenden Dienstag aufhält. In seiner Katechese vor dem Engel des Herrn stellte er die kanaanäische Frau als Beispiel für einen Glauben vor, der sich nicht entmutigen lässt.

„Obwohl sie nicht zu seinem Volk gehört und in einer fremden Gegend lebt, versucht sie beharrlich, mit Jesus zu sprechen, indem sie ihm wie eine Jüngerin folgt, die bereits eine Bindung zu ihm hat. Sie wären einander eigentlich nie begegnet, doch der Glaube war auf geheimnisvolle Weise bereits in ihr erwacht“, erläuterte Papst Leo.

Auf ihrem Glaubensweg sehe sie sich jedoch mit zahlreichen Hindernissen konfrontiert, von denen der Evangelist auch berichte, so Papst Leo weiter: Die Jünger betrachteten sie als eine „lästige Person“, und Jesus selbst widersetze sich ihrem Bitten. Dennoch habe sie in Jesus den Messias erkannt und vertraue darauf, dass auch ihre leidende Tochter bei ihm Hilfe findet.

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Gegen alle Hindernisse

Und letztlich sei es ihre Demut, Hartnäckigkeit und Glaubensstärke, die für ein unerwartetes Ergebnis sorge: Jesus lasse sich von dieser Begegnung berühren und überraschen. Darin liege auch eine Aufgabe für die Kirche, unterstrich Leo:

„Auch heute kann sich die Kirche vom Wirken Gottes überraschen lassen und den Frieden Christi über die bereits gezogenen Grenzen hinaus weitergeben. Ihre Mission wird durch die göttliche Gnade vorweggenommen, die im Verborgenen der Gewissen wirkt, sodass wir bei jeder Begegnung – selbst bei jenen, die unsere Pläne durcheinanderbringen – die Ohren spitzen, die Augen öffnen und das Herz für das öffnen müssen, was Gott uns sagen will.“

Ohren spitzen, Augen öffnen

Sie dürfe sich also nicht von selbstgezogenen Grenzen bestimmen lassen, sondern sollte aufmerksam wahrnehmen, wo Gottes Gnade bereits wirkt – auch dort, wo Menschen oder Situationen ihre bisherigen Vorstellungen infrage stellen, so der Rat des Kirchenoberhauptes. Von der kanaanäischen Frau lernten wir „Demut und Entschlossenheit“, fuhr er fort:

„Dank ihres Glaubens lernen wir, dass Gottes Tisch für alle gedeckt ist und dass niemand nur mit den Krümeln vorliebnehmen muss (vgl. VV. 26-27), weil alle beim Vater einen eigenen Platz haben. Im Lichte dieses Glaubens werden jene Ungleichheiten, Diskriminierungen und Barrieren unerträglich, die die Würde allzu vieler Söhne und Töchter Gottes mit Füßen treten.“

In einer „von Unfrieden geprägten Welt“ rief Leo XIV. die „Kirche Christi“ abschließend dazu auf, mit den Augen Gottes auf die Wirklichkeit zu schauen. Wer dies tue, verliere die Hoffnung nicht – und werde fähig, mit Liebe zu handeln.

(vatican news - cs)

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16. August 2026, 12:09