Suche

Leo XIV.: „Die Schönheit hilft uns, den Blick zum Himmel zu erheben"

Inmitten einer von Krisen geprägten Welt betont Leo XIV. die Kraft der Schönheit. Bei dem von der Diözese Albano ausgerichteten Konzert im Innenhof der päpstlichen Sommerresidenz von Castel Gandolfo hat der Papst Musik und Kunst am Samstagabend als einen Weg beschrieben, der zu Gott führt und uns neue Hoffnung schenkt.

Guglielmo Gallone - Castel Gandolfo

„Wir leben in einer Welt, der es an Schönheit fehlt. Es gibt so viele Probleme – Kriege, Konflikte, Hass, Gewalt, Arbeitslosigkeit und vieles mehr. Die Gelegenheit, bei einem Anlass wie diesem zusammenzukommen, ist wirklich ein großes Geschenk. Sie erinnert uns daran, dass es mehr gibt als all das. Dass Männer und Frauen, wenn wir es wollen, gemeinsam eine Schönheit sichtbar machen können, die von Herz zu Herz spricht und uns hilft, den Blick zum Himmel zu erheben.“

Blick in den Innenhof der päpstlichen Sommerresidenz
Blick in den Innenhof der päpstlichen Sommerresidenz   (ANSA)
Hier zum Nachhören

Mit diesen Worten wandte sich Leo XIV. am Ende des ihm zu Ehren am Samstag, den 18. Juli, veranstalteten Konzerts an die im Innenhof des Apostolischen Palastes von Castel Gandolfo versammelten Gäste. Die Veranstaltung war von der Diözese Albano als Zeichen der Verbundenheit und Zuneigung für den Papst während seines Sommeraufenthalts in den Albaner Bergen ausgerichtet worden.

Papst Leo
Papst Leo   (ANSA)

Musik und Kunst: Kräfte, die den Menschen über die Schwierigkeiten der Gegenwart hinausführen

„Wie Sie wissen, bin ich vor einigen Monaten nach Spanien gereist. Der eigentliche Sinn dieser Reise war es, unseren Blick zum Himmel zu erheben. Musik, Kunst und Schönheit sind Mittel, die uns helfen, den Blick nach oben zu richten – auf Gott hin und auf das, was zu den schönsten Seiten des Menschseins gehört,“ sagte der Papst weiter. Er betonte den Wert von Musik und Kunst als Kräfte, die den Menschen über die Schwierigkeiten der Gegenwart hinausführen und in der Schönheit eine Erfahrung erkennen lassen, die zu Gott führt und neue Hoffnung schenkt.

Genau das sei während des Konzerts erfahrbar geworden: Der Geiger Marco Rogliano spielte die Polonaise mit Variationen aus Niccolò Paganinis drittem Violinkonzert. Die Pianistin Rossana Tomassi Golkar gab gemeinsam mit dem Orchester I Musici di Parma unter der Leitung von Pier Carlo Orizio die „Libera fantasia e variazioni sulla Norma“ von Luis Bacalov zum Besten, die auf Vincenzo Bellinis Oper Norma basiert.

Ein Eindruck von dem Konzertabend
Ein Eindruck von dem Konzertabend   (ANSA)

„Mein herzlicher Dank gilt den Künstlern, die mich tief bewegt haben,“ würdigte Papst Leo die Aufführung. „Ebenso danke ich der Diözese Albano, die dieses Konzert für uns alle ermöglicht hat. In diesen Augenblicken der Schönheit durften wir etwas Großes erfahren: Wir konnten auf vielfältige Weise eintreten in das, was Gott mit der Schöpfung gewollt hat: die Schönheit.“

Papst Leo mit dem Bischof von Albano
Papst Leo mit dem Bischof von Albano   (ANSA)

Die Worte des Bischofs von Albano

Den Abend eröffnet hatte der Bischof von Albano, Vincenzo Viva. In seinem Grusswort hieß er Papst Leo XIV. willkommen und brachte die Dankbarkeit der Ortskirche über die Rückkehr des Papstes nach Castel Gandolfo zum Ausdruck. Das Konzert, so erklärte er, sei „unsere Art, danke zu sagen und das Geschenk der sinfonischen Musik miteinander zu teilen“.

Das Konzert zu Ehren des Papstes
Das Konzert zu Ehren des Papstes   (vincenzo livieri)

Das Drama der Frauen und Mütter an den Kriegsschauplätzen dieser Welt

Mit Bezug auf Bellinis Oper Norma richtete der Bischof seinen Blick besonders auf „die Frauen und Mütter, die an den vielen Kriegsschauplätzen unserer Welt gemeinsam mit ihren Kindern und Familien den höchsten Preis der Konflikte bezahlen“. Gerade in ihnen, so sagte er, spiegle sich die Hoffnung auf „eine versöhnte Zukunft“ wider – ganz im Sinne des Friedensappells, den Papst Leo XIV. seit Beginn seines Pontifikats immer wieder bekräftigt.

Abendliche Feststimmung in Castel Gandolfo
Abendliche Feststimmung in Castel Gandolfo   (@Vatican Media)

Hommage an zwei bedeutende Vertreter der italienischen Musik des 19. Jahrhunderts

Das Konzertprogramm stellte zwei bedeutende Vertreter der italienischen Musik des 19. Jahrhunderts einander gegenüber: Niccolò Paganini und Vincenzo Bellini. Beide Werke zeichnen sich durch ihre sangliche Melodik aus und verbinden instrumentale Virtuosität mit der Ausdruckskraft der Oper.

Besonders die Bearbeitung von Norma für Klavier und Orchester zeichnete den Weg der Hauptfigur nach – vom Schmerz über Vergebung und Opferbereitschaft bis hin zu einer universellen Botschaft über die Kraft der Liebe und den Frieden. Wie es im Programmheft hieß, vermag diese Musik „selbst in einer von den Winden des Krieges erschütterten Welt“ nachzuklingen.

Papst Leo mit Künstlern
Papst Leo mit Künstlern   (ANSA)

Dieser Wunsch nach Frieden sollte unter dem Himmel von Castel Gandolfo eine universelle Dimension gewinnen. Passend dazu endete das Konzert mit der Projektion eines Sternenhimmels, der als Kulisse das Orchester umrahmte. Nach dem Konzert war es dem Papst noch ein Anliegen, die Künstler und anwesenden Gäste persönlich zu grüßen

(vaticannews – skr)
 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

19. Juli 2026, 08:51