Kolumbiens Präsident Gustavo Petro Urrego und Papst Leo XIV. Kolumbiens Präsident Gustavo Petro Urrego und Papst Leo XIV.  (@Vatican Media)

Papst und Kolumbiens Präsident beraten über Friedensprozess

Der kolumbianische Präsident Gustavo Francisco Petro Urrego war an diesem Donnerstag zum offiziellen Besuch im Vatikan. Das Presseamt des Heiligen Stuhls hat Einzelheiten bekannt gegeben.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Nach einer Audienz bei Papst Leo XIV. im Apostolischen Palast kam das Staatsoberhaupt zu weiteren Gesprächen mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und Monsignore Daniel Pacho, dem Untersekretär für den multilateralen Sektor der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten und internationalen Organisationen, zusammen.

Im Verlauf der Gespräche im Staatssekretariat wurde die Qualität der bilateralen Beziehungen gewürdigt. Das Presseamt verwies auf eine konstante Zusammenarbeit zwischen Kirche und Staat zur Förderung von Frieden, Versöhnung und nationaler Einheit in dem südamerikanischen Land. Neben der innenpolitischen Lage in Kolumbien erstreckte sich der Austausch auch auf die soziopolitische Situation in der gesamten Region. Besondere Aufmerksamkeit galt dabei den Auswirkungen regionaler Konflikte, der internationalen organisierten Kriminalität sowie den Folgen des Klimawandels.

Die Gespräche im Staatssekretariat
Die Gespräche im Staatssekretariat   (@Vatican Media)

Die Rolle der katholischen Kirche in Kolumbien

Der Dialog berührte Kernbereiche der gesellschaftlichen Präsenz der katholischen Kirche in Kolumbien, die historisch zu den einflussreichsten Institutionen des Landes zählt. Die Kirche agiert dort seit Jahrzehnten als Vermittlerin in dem langanhaltenden bewaffneten Konflikt zwischen der Regierung, linken Guerillagruppen wie der Nationalen Befreiungsarmee (ELN) und verschiedenen paramilitärischen Nachfolgeorganisationen sowie Drogenkartellen.

Besonders in den ländlichen und von staatlichen Strukturen vernachlässigten Regionen Kolumbiens übernimmt die Bischofskonferenz über ihre Diözesen und Hilfswerke häufig die Aufgaben der humanitären Basisversorgung und des Opferschutzes. Die von der Regierung Petro angestrebte Politik des „Totalen Friedens“ (Paz Total) sieht eine Einbindung der kirchlichen Kanäle vor, um Verhandlungen mit den verbleibenden bewaffneten Akteuren zu moderieren. Gleichzeitig steht die Kirche vor der Herausforderung, trotz des wachsenden Einflusses evangelikaler Gruppierungen und fortschreitender Säkularisierungsprozesse ihre Rolle als moralische und soziale Klammer der kolumbianischen Gesellschaft zu wahren.

(vatican news)

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@Vatican Media)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

02. Juli 2026, 11:39