Leo bei der Audienz am Montag Leo bei der Audienz am Montag  (@VATICAN MEDIA)

Papst Leo bekräftigt Würde von Menschen mit Down-Syndrom

„Der Wert eines Menschen hängt nicht von dem ab, was er leistet oder produziert.“ Darauf hat Papst Leo XIV. an diesem Montag hingewiesen.

 

Stefan von Kempis – Vatikanstadt

„Deshalb sollte es sich ein Arzt niemals erlauben, auf der Grundlage von Labor-Algorithmen über das Leben eines Embryos oder eines älteren Menschen zu entscheiden! Die Medizin darf sich niemals zum Werkzeug eines geplanten Todes machen!“

Der Papst äußerte sich im Vatikan gegenüber den Vertretern einer Stiftung, die vom Wirken und Denken von Jérôme Lejeune (1926-94) inspiriert ist. Der französische Arzt und Genetiker war der Entdecker der Trisomie 21, die das sogenannte Down-Syndrom hervorruft. Er war Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften; unter anderem auf ihn geht die Gründung der Päpstlichen Akademie für das Leben zurück.

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Papst bekräftigt Würde von Menschen mit Down-Syndrom - Radio Vatikan

Nein zu ‚Chromosomen-Rassismus‘

„Als Mann der Wissenschaft und der Weisheit erkannte Jérôme Lejeune schon früh, dass seine wissenschaftliche Entdeckung dazu genutzt werden würde, Menschen mit Trisomie 21 noch vor ihrer Geburt zu eliminieren. Er zögerte daher nicht, sich zu ihrem Verteidiger zu machen, und prangerte den Verstoß gegen den Eid des Hippokrates sowie jene neue Form der Eugenik an, die er als ‚Chromosomen-Rassismus‘ bezeichnete. Er verteidigte das Leben jedes Menschen im Namen der unantastbaren Würde, die ihren Ursprung im Schöpfungsakt Gottes hat.“

Lejeunes Einsatz habe ihm „in bestimmten wissenschaftlichen Kreisen heftige Kritik“ eingebracht. Doch der Franzose sei sich im klaren darüber gewesen, „dass die Technik der Medizin helfen kann, sie aber nicht ersetzen darf“. Und dass die Technik „auch gegen die Medizin verwendet werden kann“; Medizin steht nämlich aus der Sicht des Papstes „von Natur aus im Dienst am menschlichen Leben“. Leo XIV. ermunterte seine Zuhörenden, sich weiter im Sinn Lejeunes „für Leben und Würde des Menschen einzusetzen“.

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Der erste große Grundsatz der Soziallehre der Kirche

„Euch gegenüber, liebe Freunde mit Trisomie 21, und gegenüber euren Angehörigen sowie den Kindern des ehrwürdigen Professors Lejeune, die heute Vormittag hier anwesend sind, und allen Mitgliedern der Jérôme-Lejeune-Stiftungen möchte ich meine Anerkennung für das Werk zum Ausdruck bringen, das ihr als Laien in der Liebe zur Wahrheit auf den Spuren des ehrwürdigen Jérôme Lejeune vollbringt. Seid wie er engagierte Zeugen in der Gesellschaft, im Dienst der ständigen Suche nach dem Gemeinwohl. Dies ist der erste große Grundsatz der Soziallehre der Kirche… Das Gemeinwohl schließt niemanden aus, der nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen wurde.“

(vatican news)

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22. Juni 2026, 10:31