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Papst Leo XIV. würdigt Lebenswerk des Schweizer Kardinals Tscherrig

An diesem Freitagnachmittag ist im Petersdom der verstorbene Schweizer Kardinal Emil Paul Tscherrig verabschiedet worden. Die Trauerfeier, die unter der Leitung von Papst Leo XIV. stand, versammelte Würdenträger der Weltkirche sowie eine Delegation aus der Heimat des Verstorbenen. Neben dem diplomatischen Wirken stand das geistliche Fundament des Schweizers im Mittelpunkt der päpstlichen Homilie.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Die Schweizer Bischofskonferenz war durch eine Delegation in Rom vertreten. Der Präsident der Bischofskonferenz, Bischof Charles Morerod von Lausanne, Genf und Fribourg, reiste nach Rom, um die Verbundenheit der Schweizer Katholiken zum Ausdruck zu bringen. Begleitet wurde er von Bischof Jean-Marie Lovey, dem Bischof von Sitten, sowie von Bischof Beat Grögli, dem Bischof von Sankt Gallen und Apostolischen Administrator beider Appenzell. Ebenfalls dabei war der emeritiere Erzbischof Pierre Bürcher als Vertreter der Nordischen Bischofskonferenz. Ihre Anwesenheit spiegelte die Verankerung wider, die der im Wallis geborene Kardinal in der Schweiz und in Skandinavien beibehalten hatte.

Moment der Begegnung mit dem Herrn

In seiner Predigt richtete Papst Leo XIV. Worte an die versammelte Gemeinde. Er lud dazu ein, den verstorbenen Mitbruder im Gebet vor den Richterstuhl Gottes zu begleiten, um für ihn den Lohn seines Einsatzes zu erbitten. Der Papst betonte, dass man sich um den Altar versammelt habe, um jenen Bruder zu begleiten, der nun dem Herrn entgegentrete, um den Lohn für das in diesem Leben gewirkte Gute sowie die Vergebung für die durch menschliche Schwachheit verursachten Verfehlungen zu empfangen. Dies sei der Moment der Begegnung mit dem Herrn, dem der Kardinal gedient habe, und mit jenem Freund, an dessen Seite er ein Leben lang gewandert sei.

Papst Leo XIV. bei der Trauerfeier im Petersdom
Papst Leo XIV. bei der Trauerfeier im Petersdom   (@Vatican Media)

Der Pontifex erinnerte daran, dass Kardinal Tscherrig mehr als die Hälfte seiner Lebenszeit in den Dienst des Apostolischen Stuhls gestellt hatte, sowohl in päpstlichen Vertretungen als auch im Staatssekretariat. Mit einer Arbeit, die im Verborgenen blieb, aber dennoch unermüdlich war, habe er zum Wachstum jenes Reiches beigetragen, von dessen Vollendung die Schrift spricht. Es sei ein Reich, in dem das Meer des Chaos nicht mehr existiert und stattdessen das neue Jerusalem strahlt, erbaut auf dem Fundament der Apostel und erleuchtet vom Licht des Lammes.

Engagement als Diplomat und Hirte

Das Engagement als Diplomat und als Hirte habe den Schweizer Kardinal über Stationen weltweit geführt. Der Heilige Vater zeichnete den Lebensweg nach, der von Geduld und Selbstverleugnung geprägt war, um die Völker in Eintracht zu versammeln. Seine Mission begann als Mitarbeiter in verschiedenen Nuntiaturen, führte ihn im Jahr 1996 als Apostolischen Nuntius nach Burundi und anschließend nach Trinidad und Tobago sowie in weitere Staaten der Karibik. Später wirkte er in Südkorea und der Mongolei, gefolgt von einer Amtszeit in den nordischen Ländern Schweden, Dänemark, Finnland, Island und Norwegen. Nach einer Station in Argentinien schloss er seine diplomatische Laufbahn ab dem Jahr 2017 in Italien und San Marino ab. Diese kirchliche und internationale Erfahrung bezeuge seine Verfügbarkeit und seine pastorale Fähigkeit, sich an unterschiedliche Kontexte anzupassen, um im Namen des Papstes Bande der Gemeinschaft und der Freundschaft zu knüpfen.

Papst Leo XIV. bei der Trauerfeier im Petersdom
Papst Leo XIV. bei der Trauerfeier im Petersdom   (@Vatican Media)

In einem Rückblick schlug Papst Leo XIV. eine Brücke zu seinem Vorgänger und erinnerte an Papst Franziskus, den Kardinal Tscherrig aus dessen Zeit als Erzbischof von Buenos Aires persönlich kannte. Der jetzige Pontifex zitierte eine Ansprache von Papst Franziskus an das Diplomatische Korps aus dem Januar 2025, in der dieser die Diplomaten aufforderte, die Hoffnung um sich herum aufblühen zu lassen, als Antwort auf das Sehnen und Erwarten des Guten in den Völkern. Diese Aufforderung müsse man sich auch heute zu eigen machen, da die Welt nach Boten des Vertrauens verlangt.

Das Fundament der Hoffnung

Angesichts des Geheimnisses des Todes lenkte das Oberhaupt der katholischen Kirche den Blick über die weltlichen Chroniken hinaus. Das Fundament der Hoffnung liege jenseits der Geschichte und gründe in der Auferstehung Christi sowie seinem Sieg über Sünde und Tod. Das Evangelium von der Auferweckung des Lazarus zeige auf, dass die Befreiung aus dem Grab ein Zeichen des Glaubens ist, welches auf das Wunder der Auferstehung zum ewigen Leben verweist. Dies erhelle die Mission der Kirche, die in der Zeit wirkt, deren Ziel jedoch jenseits dieser Realität liegt, um alles in Christus als dem Haupt zusammenzuführen.

Zum Abschluss der Feierlichkeit bezog sich der Papst auf die Worte Jesu an Marta, dass ihr Bruder auferstehen werde und er selbst die Auferstehung und das Leben sei. Diese Worte verschmolzen in der Homilie mit dem Wahlspruch, den sich Kardinal Tscherrig vor genau dreißig Jahren anlässlich seiner Bischofsweihe gewählt hatte: „Spes mea Christus“ – Christus ist meine Hoffnung. Diese Hoffnung habe den Verstorbenen sein Leben lang geleitet, da sie in der Liebe Gottes verwurzelt war, die sich nun in der Ewigkeit vollende.

(vatican news)

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15. Mai 2026, 17:54