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Messe im Japoma-Stadion Messe im Japoma-Stadion  (@Vatican Media)

Papst bei Messe in Douala: Werdet zu Protagonisten eurer Zukunft!

An der großen Messe im Japoma-Stadion in Douala nahmen rund 120.000 Menschen teil, viele von ihnen auf den umgebenden Parkplätzen. In seiner Predigt ging der Papst darauf ein, wie auf den materiellen und geistigen Hunger der Menschen zu reagieren sei. Insbesondere die jungen Kameruner lud er ein, „Protagonisten ihrer Zukunft“ und eine „Frohbotschaft“ für ihr Land zu werden: „Verweigert euch jeder Art von Übergriffen und Gewalt, die schnellen Gewinn versprechen.“

Christine Seuss – Vatikanstadt

Nach einem kurzen Inlandsflug von der Hauptstadt Yaoundé ins an der westlichen Küste gelegene Douala, die Wirtschaftsmetropole Kameruns, begab sich Papst Leo XIV. an diesem Freitagvormittag ins Japoma-Stadion, wo er die Messe feierte. Auch hier bot sich ein ähnliches Bild wie bereits bei den Feiern zuvor: Bei seiner Vorbeifahrt im Papamobil wurde Papst Leo durch eine jubelnde, farbenfroh gekleidete Menschenmenge begrüßt; zahlreiche Fahnen wurden heftig in der Luft geschwenkt. Seine Predigt, in der er sich ganz besonders an die jungen Menschen des Landes wandte, hielt er auf Französisch.

120.000 Menschen waren im und um das Stadion versammelt.
120.000 Menschen waren im und um das Stadion versammelt.   (@Vatican Media)

Ausgehend vom Evangelientext, der von dem Zeichen Jesu erzählt, mit dem er der zugeströmten Menschenmenge Brot garantierte, obwohl dieses nach menschlichem Ermessen nicht reichen würde (vgl. Joh 6,1-15), hob der Papst hervor, dass diese „Gute Nachricht“, die heute überall verkündet wird, eine „providentielle“ Botschaft auch für die geografische und menschliche Realität von Kamerun sei. Denn angesichts vieler Menschen, die hungrig und erschöpft waren, stellte Jesus an seine Begleiter die Frage: „Was tut ihr?“ – eine Frage, die sich an „jeden von uns richtet“, so der Papst mit Blick auf Politik und Gesellschaft:

 

DIe Highlights der Messe mit dem Papst

 

„Sie richtet sich an die Väter und Mütter, die über ihre Familien wachen. Sie richtet sich an die Hirten der Kirche, die über die Herde des Herrn wachen. Sie richtet sich an alle, die die soziale und politische Verantwortung tragen, auf das Volk und sein Wohl zu achten. Christus richtet diese Frage an die Mächtigen und die Schwachen, an die Reichen und die Armen, an die Jungen und die Alten, denn wir alle hungern gleichermaßen.“

„Jede Geste der Solidarität und Vergebung, jede Initiative des Guten ist ein Bissen Brot für die Menschheit, die der Fürsorge bedarf“

Mit der Segnung und der Handlung des Teilens geschah das Wunder, dass das Brot für alle reichte. Jesus, so der Papst, verhalte sich hier nicht wie ein „König“, der nach persönlichem Erfolg strebt, sondern wie einer, der gekommen sei, um „in Liebe zu dienen“. „Auf diese Weise gibt es reichlich Essen: Es wird nicht aus Not rationiert, es wird nicht im Streit geraubt, es wird nicht von denen verschwendet, die sich vor den Augen derer vollstopfen, die nichts zu essen haben.”

Dieses Wunder sei ein „Zeichen dieser Liebe“, das nicht nur zeige, „wie Gott die Menschheit mit dem Brot des Lebens nährt“, sondern auch, „wie wir diese Nahrung allen Männern und Frauen bringen können, die wie wir nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit hungern“: „Jede Geste der Solidarität und Vergebung, jede Initiative des Guten ist ein Bissen Brot für die Menschheit, die der Fürsorge bedarf.“

Eucharistie
Eucharistie   (@Vatican Media)

Doch es brauche nicht nur materielle, sondern auch Seelennahrung, erinnerte Papst Leo weiter. „Diese Nahrung ist Christus, der seine Kirche stets überreich nährt und uns auf unserem Weg durch seinen Leib stärkt."

Ermutigung zum christlichen Zeugnis

Der Papst ging anschließend auf den Wert des Sakraments der Eucharistie ein, das nicht nur eine ferne Erinnerung wiederbelebe, sondern „eine Gemeinschaft verwirklicht, die uns verwandelt, weil sie uns heiligt“. Die Gläubigen ermutigte er, sich durch Schwierigkeiten auf ihrem Weg nicht beirren zu lassen.

„Zeugen Christi zu sein und seine Gesten der Liebe nachzuahmen, bringt sicher oft Schwierigkeiten und Widerstände mit sich, sowohl von außen als auch in uns drinnen, wo der Stolz das Herz verderben kann. In solchen Momenten aber lasst uns mit dem Psalmisten sagen: »Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten?« (Ps 27,1).“

Viele jungen Menschen, jung, wie die Bevölkerung Kameruns
Viele jungen Menschen, jung, wie die Bevölkerung Kameruns   (@Vatican Media)

Einen besonderen Auftrag hatte er an die jungen Menschen, die in Kamerun, wie in anderen afrikanischen Ländern auch, einen deutlichen Großteil der Bevölkerung ausmachen. Für diesen Teil seiner Ansprache wechselte der Papst in seine Muttersprache Englisch:

„Vermehrt als Brüder und Schwestern Jesu eure Gaben durch den Glauben, die Ausdauer und die Freundschaft, die euch beseelen. Seid die ersten Gesichter und Hände, die dem Nächsten das Brot des Lebens bringen: die Speise der Weisheit und der Befreiung von allem, was uns nicht nährt, sondern vielmehr unser gutes Trachten durcheinanderbringt und uns etwas von unserer Würde nimmt.”

Übergriffe, Gewalt und leicht verdientes Geld ablehnen

Stolz könne das Herz verderben, hatte der Papst zuvor eindringlich gewarnt. Angesichts dieser Versuchung sei das Gebet mit dem Wort Gottes der sichere Zufluchtsort, ein Balsam, der stärke und festige. Es sei ihm bewusst, dass auch „in eurem so fruchtbaren Land, in Kamerun“, viele Menschen unter „materieller und geistiger Armut“ litten.

„Gebt dem Misstrauen und der Entmutigung nicht nach; lehnt jede Form von Übergriffigkeit und Gewalt ab, die mit dem Versprechen leichter Gewinne täuschen, aber das Herz verhärten und es gefühllos machen. Vergesst nicht, dass euer Volk noch reicher ist als dieses Land, denn sein Schatz sind seine Werte: der Glaube, die Familie, die Gastfreundschaft, die Arbeit.“

Wege der Gerechtigkeit in einem unterdrückten und leidenden Land bahnen

Abschließend gab der Papst den Kamerunern den Auftrag, „zu einer Frohbotschaft“ für ihr Land zu werden und das Evangelium unerschrocken zu verkünden. In diesem Zusammenhang erinnerte das Kirchenoberhaupt an einen Afrikaner, der sich mit der Korruption und Misswirtschaft, die ihn umgab, nicht abfinden wollte: Den seligen Kongolesen Floribert Bwana Chui. Der junge Zollbeamte wurde 2008 in Goma getötet, weil er sich geweigert hatte, gegen Bestechung Ladungen verdorbener Lebensmittel durchzulassen.

Bei der Eucharistiefeier
Bei der Eucharistiefeier   (@Vatican Media)

„Jesus, den Auferstandenen, zu verkünden bedeutet, Spuren der Gerechtigkeit zu ziehen in einem leidenden und unterdrückten Land, Spuren des Friedens inmitten von Rivalität und Korruption, Spuren des Glaubens, die uns von Aberglauben und Gleichgültigkeit befreien“, so der Papst zum Ende seiner Predigt.

Seine Anwesenheit schenke allen Hoffnung, so Samuel Kleda, Erzbischof von Douala, in seinem abschließenden Grußwort am Ende der Messe an die Adresse des Papstes – vor allem den jungen Menschen und jenen, die leiden – und belebe den Glauben neu. In seiner Danksagung erinnerte der Erzbischof auch an die Ermahnung, die der heilige Paul VI. in Kampala ausgesprochen hatte: „Afrikaner, seid Missionare eurer selbst“ – eine Verpflichtung, die der afrikanische Kirchenmann mit dem Versprechen im Namen aller Gläubigen, den Weg der Umkehr einzuschlagen, erneuerte.

Nach der Messe wurde er zu einem privaten Besuch in einem katholischen Krankenhaus erwartet.

(vatican news)

Musik und Tänze prägten den Gottesdienst und die Wartezeit auf den Papst.
Musik und Tänze prägten den Gottesdienst und die Wartezeit auf den Papst.   (@Vatican Media)

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17. April 2026, 13:29