Leo XIV. in Annaba: Ruf zur geistlichen Erneuerung
Mario Galgano - Vatikanstadt
Der Bischof von Constantine, Michel Guillaud, hieß den Papst in der Augustinus-Basilika in Annaba willkommen. Er erinnerte an das Papstwort „Ich bin ein Sohn des Augustinus“ und würdigte den Heiligen als „großen Bruder auf dem Weg des Glaubens“. Bischof Guillaud würdigte den Papst dabei als einen Geistesverwandten des heiligen Augustinus, dessen Lehren als Brücke zwischen den Religionen und Kulturen dienten.
Zu Beginn seiner Predigt schlug der Papst eine Brücke von der Geschichte zur Gegenwart. Er verwies darauf, dass die Basilika dem heiligen Augustinus gewidmet sei, dem Bischof des antiken Hippo. Leo XIV. stellte fest, dass das Wort Gottes die Geschichte überdauere und durch die menschliche Stimme erneuert werde. Er erklärte: „Im Laufe der Jahrhunderte haben die Orte, die uns beherbergen, ihre Namen verändert, doch die Heiligen sind als unsere Schutzpatrone und treue Zeugen einer Verbindung zwischen Himmel und Erde geblieben.“
Die Begegnung mit Nikodemus
Inhaltlich konzentrierte sich die Predigt auf das Evangelium vom Gespräch zwischen Jesus und Nikodemus. Der Papst beschrieb die Dynamik dieses Treffens als eine Kraft, die dem Menschen auch in Momenten des schwachen Glaubens Beharrlichkeit verleihe. Jesus rufe Nikodemus zu einem neuen Leben auf und übertrage ihm eine „überraschende Aufgabe“.
Leo XIV. zitierte hierzu die biblische Passage: „Ihr müsst von oben geboren werden“ (vgl. Joh 3,7). Dies wertete er als eine Einladung an jeden Mann und jede Frau, das Heil zu suchen.
Perspektiven für die Kirche in Algerien
Der Papst zog aus diesem Schriftwort direkte Schlüsse für die lokale christliche Gemeinschaft. Er betonte, dass der Ruf Jesu die Sendung der gesamten Kirche und insbesondere der christlichen Gemeinschaft in Algerien begründe. Das Ziel sei es, „von oben, das heißt von Gott, neu geboren zu werden“.
Abschließend erläuterte das Kirchenoberhaupt die Auswirkungen dieser geistlichen Haltung auf den Alltag der Gläubigen: „Mit dieser Perspektive überwindet der Glaube die irdischen Mühen, und die Gnade des Herrn lässt die Wüste erblühen.“ Die Schönheit des Glaubens zeige sich in der Ausdauer und der Suche nach Gott.
Geschenk der göttlichen Vorsehung
Am Ende der Heiligen Messe dankte Leo XIV. dem Gastgeber für die herzliche Aufnahme in diesen Tagen. Er betrachte diese Reise als ein besonderes Geschenk der göttlichen Vorsehung, ein Geschenk, das der Herr der ganzen Kirche mit Hilfe eines Augustiner-Papstes machen wollte. Und fügte an:
„Gott ist Liebe, er ist der Vater aller Männer und aller Frauen. Wenden wir uns demütig an ihn und bekennen wir, dass die gegenwärtige Lage der Welt, die sich wie eine Abwärtsspirale entwickelt, letztlich auf unseren Stolz zurückzuführen ist.“
Die Menschheit brauche Gott, vor allem seine Barmherzigkeit. Nur in ihm finde das menschliche Herz Frieden, „und nur mit ihm können wir alle gemeinsam und indem wir uns als Brüder und Schwestern anerkennen, Wege der Gerechtigkeit, der ganzheitlichen Entwicklung und der Gemeinschaft gehen", so der Pontifex.
Nach dem Gottesdienst flog der Papst und seine Begleitung vom internationalen Flughafen Annaba „Rabah Bitat“ nach Algier zurück.
(vatican news)
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