Sitz der Päpstlichen Akademien in den Vatikanischen Gärten Sitz der Päpstlichen Akademien in den Vatikanischen Gärten  (Copyright (c) 2013 Catarina Belova/Shutterstock. No use without permission.)

Papst: Macht kein Selbstzweck, sondern auf Gemeinwohl ausgericht

In einer Botschaft für die Teilnehmer an der Vollversammlung der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften stellt Papst Leo XIV. eine grundlegende Reflexion über Macht, Demokratie und die internationale Ordnung in einer Zeit globaler Umbrüche an. Autorität definiere sich nicht durch Anhäufung von wirtschaftlicher oder technologischer Stärke, sondern durch die Weisheit und Tugend, durch die sie ausgeübt werde, so der Papst.

Das Thema, mit dem sich die Mitglieder der durch Sr. Helen Alford geleiteten Päpstlichen Akademie bei ihrer Vollversammlung beschäftigen, lautet „Die Verwendung von Macht: Legitimität, Demokratie und die Neugestaltung der internationalen Ordnung“. Dies sei ein „besonders aktuelles Thema, das unsere Reflexion auf die Ausübung von Macht richtet, die in dieser Zeit tiefgreifender globaler Veränderungen ein entscheidendes Element für den Aufbau von Frieden innerhalb und zwischen den Nationen darstellt“, so Papst Leo.

Die Katholische Soziallehre betrachte „Macht nicht als Selbstzweck, sondern als ein Mittel, das auf das Gemeinwohl ausgerichtet“ sei, fährt der Papst fort ist: „Dies bedeutet, dass die Legitimität von Autorität nicht von der Anhäufung wirtschaftlicher oder technologischer Stärke abhängt, sondern von der Weisheit und Tugend, mit der sie ausgeübt wird (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 1903).“ Weisheit befähige uns, das „Wahre und Gute zu erkennen und zu verfolgen, statt nur scheinbare Güter und eitlen Ruhm, inmitten der Umstände des täglichen Lebens“, und sei untrennbar mit Gerechtigkeit, Tapferkeit und Mäßigung verbunden – Tugenden, die uns dazu drängten, das Gemeinwohl zu suchen, so Leo XIV. gegenüber den Mitgliedern der Päpstlichen Akademie.

Demokratie und Menschenwürde

Dieses „Verständnis legitimer Macht“ finde „einen seiner höchsten Ausdrucksformen in einer authentischen Demokratie“, unterstreicht Papst Leo weiter. Demokratie sei allerdings weit mehr als ein bloßes Verfahren, sondern als wertgebundene Ordnung zu verstehen, die auf der Würde des Menschen basiere und ihrerseits zum Streben nach Gemeinwohl animiere. „Demokratie bleibt jedoch nur dann gesund, wenn sie im moralischen Gesetz und in einer wahren Sicht des Menschen verwurzelt ist. Ohne dieses Fundament droht sie entweder zu einer Tyrannei der Mehrheit zu werden oder zur Maske für die Vorherrschaft wirtschaftlicher und technologischer Eliten“, so die schonungslose Analyse des Papstes in Zeiten von zunehmender Digitalisierung und der Globalisierung von Konzernen.

Keine Machtkonzentration in den Händen weniger

Die gleichen Prinzipien müssten allerdings auch die Internationale Ordnung bestimmen – „eine Wahrheit, die in einer Zeit, in der strategische Rivalitäten und wechselnde Bündnisse die globalen Beziehungen neu gestalten, besonders in Erinnerung gerufen werden muss“, betont der Papst, der daran erinnert, dass „eine gerechte und stabile internationale Ordnung weder aus einem bloßen Machtgleichgewicht noch aus einer rein technokratischen Logik hervorgehen“ könne. Die „Konzentration technologischer, wirtschaftlicher und militärischer Macht in den Händen weniger“ bedrohe „sowohl die demokratische Beteiligung der Völker als auch die internationale Eintracht“, warnt Papst Leo weiter, der in diesem Zusammenhang auch in Kontinuität mit seinen Vorgängern stärke internationale Institution anmahnt, die vom Prinzip der Subsidiarität geprägt sein müssten.

Wahre Macht zeige sich in Dienst, Versöhnung und Liebe, nicht in Kontrolle, so die Überlegungen von Papst Leo, der in diesem Zusammenhang auf den Gegensatz zwischen der dominierenden menschlichen Machtidee und der heilenden und barmherzigen Macht Gottes hinweist.

Frieden bedeute nicht nur die „fragile Abwesenheit von Konflikten“, sondern stelle die „Frucht der Gerechtigkeit“ dar, „geboren aus einer Autorität, die sich demütig in den Dienst jedes Menschen und der gesamten Menschheitsfamilie stellt“, so die abschließenden Worte des Papstes, der die Mitglieder der Akademie in ihrem Einsatz für dieses gemeinsame Ziel bestärkt.

(vatican news - cs)

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14. April 2026, 12:57