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Beim Besuch im Seniorenheim in Annaba Beim Besuch im Seniorenheim in Annaba  (@Vatican Media)

Papst in Altenheim: Wo es Liebe und Dienst gibt, da ist Gott

Nach seinem Besuch der Ausgrabungsstätten von Annaba hat Papst Leo XIV. ein von den Kleinen Schwestern der Armen geführtes Altenheim neben der Augustinus-Basilika besucht. Dort hörte er Zeugnisse der – zumeist muslimischen – Bewohner und dankte den Schwestern sowie dem Personal für ihren Dienst.

„Ich danke euch, dass ihr mich in diesem Haus empfangt! Ich freue mich, weil hier Gott wohnt; denn wo es Liebe und Dienst gibt, da ist Gott“, wandte sich Papst Leo verbindlich an seine Gastgeber. Das von den Kleinen Schwestern der Armen betreute Seniorenheim liegt auf dem Hügel von Annaba, gleich neben der Augustinus-Basilika. Es ist der Aufnahme und Betreuung bedürftiger oder alleinstehender älterer Menschen gewidmet – viele der aktuell etwa 40 Heimbewohner sind Muslime.

Vor seiner Ansprache hatten einige der Bewohner und die Leiterin des kleinen Altenheims den Papst begrüßt. „Hier kann jeder seine Religion frei ausüben, sei es der Islam oder das Christentum. Dieser Unterschied trennt uns nicht – er hilft uns, in Respekt und Frieden zusammenzuleben“, war die Aussage eines muslimisches Bewohners des Hauses. Darauf bezog Leo sich in seinem kurzen Gruß, in dem er explizit für diesen Einblick dankte: „Ich glaube, dass der Herr, wenn er vom Himmel herab ein Haus wie dieses sieht, in dem man versucht, in Geschwisterlichkeit zusammenzuleben, denken könnte: Dann gibt es Hoffnung!“

„Das Herz Gottes schlägt für die Kleinen und Demütigen und mit ihnen baut er Tag für Tag sein Reich der Liebe und des Friedens auf“

Das Herz Gottes sei „von den Kriegen, von der Gewalt, von den Ungerechtigkeiten und den Lügen gebrochen“, so Papst Leo auf Englisch an seine Gastgeber. Doch Gott sei mit seinem Herzen „nicht mit den boshaften, anmaßenden und hochmütigen Menschen“, unterstrich das Kirchenoberhaupt: „Das Herz Gottes schlägt für die Kleinen und Demütigen und mit ihnen baut er Tag für Tag sein Reich der Liebe und des Friedens auf. So wie ihr es hier versucht, im täglichen Dienst, in der Freundschaft, im Zusammenleben“, so der Papst abschließend.

Papst Leo begrüßte die Bewohner einzeln
Papst Leo begrüßte die Bewohner einzeln   (@Vatican Media)

Als erstes hatte die Leiterin der Schwesterngemeinschaft, Philomena Peter, ein Grußwort gesprochen. „Das Leben unserer Heimbewohner ist reich an Weisheit, Erfahrung und Dankbarkeit – aber auch geprägt von Schmerz, Einsamkeit, Prüfungen und Leid. Heute dürfen sie Gottes große Liebe zu ihnen erfahren – was eine Freude und ein besonderes Geschenk ist!“, so die Ordensfrau. Es ist nach Istanbul bereits das zweite Mal, dass Papst Leo ein von den Kleinen Schwestern der Armen betriebenes Altenheim bei einer Apostolischen Reise besucht. 

Ein Moment der Begegnung mit dem Kirchenoberhaupt
Ein Moment der Begegnung mit dem Kirchenoberhaupt   (@Vatican Media)

Liebe für die Ärmsten

Unter den betagten Menschen, die in dem Altenheim zusammenleben, ist auch der emeritierte Erzbischof von Algier, Paul Desfarges. Bevor er Erzbischof von Algier wurde, war Desfarges auch Bischof von Constantine und Hippo, ein Amt, in dem er auch Robert Prevost aus Anlass der Einweihung der restaurieren Augustinus-Basilika empfangen hatte, wie er in seiner Ansprache selbst erinnert hatte: „Jeden Tag erleben wir das kleine Wunder eines Lächelns oder eines herzlichen Händedrucks, die die göttliche dilectio nähren: die Bewegung des Herzens der Menschen zueinander und füreinander. Ihr Besuch, Heiliger Vater, bestätigt dieses Haus in seiner schönen Sendung, Zeuge der bedingungslosen Liebe Gottes zu all seinen Kindern zu sein, besonders zu den Ärmsten.“ Auch dem emeritierten Bischof, der bis Ende 2022 im Dienst war, hatte Papst Leo für sein Zeugnis und seine „bewegenden Worte" eigens gedankt.

Ein Moment der Begegnung mit dem Kirchenoberhaupt
Ein Moment der Begegnung mit dem Kirchenoberhaupt   (@Vatican Media)

Im Anschluss an die Begegnung im Altenheim zog Papst Leo sich zu einer privaten Begegnung mit der Ordensgemeinschaft der Augustiner in deren Haus zurück. Nachmittags war eine Messfeier in der nahegelegenen Basilika geplant, bevor es abends nach Algier zurückgehen sollte. Für Mittwochvormittag ist bereits die Weiterreise nach Kamerun angesetzt.

(vatican news - cs)

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14. April 2026, 13:24