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Oratorium in Olgiate Comasco Oratorium in Olgiate Comasco 

Papst würdigt Oratorien als lebenswichtige Orte für die Jugend

In einer Zeit zunehmender digitaler Isolation hat Papst Leo XIV. die zentrale Rolle kirchlicher Jugendzentren (Oratorien) für das soziale Gefüge betont. Anlässlich der Grundsteinlegung des neuen Oratoriums „San Giovanni Bosco“ in der lombardischen Gemeinde Olgiate Comasco mahnte der Pontifex in einer Botschaft, dass solche Orte essenziell seien, um „echte Geschwisterlichkeit“ zu fördern und die Einsamkeit der Jugend zu besiegen.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Oratorien sind in Italien Freizeiteinrichtungen für Kinder und Jugendliche, die meist einer Pfarrei, manchmal aber auch einer Schule angeschlossen sind. Denn wie in Deutschland und anderen Ländern hat auch in Italien die Kirche eine lange Geschichte der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen innerhalb wie außerhalb der Schule.

In dem von Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin unterzeichneten Schreiben grüßte der Papst die Gemeinde an der italienisch-schweizerischen Grenze. Der neue Komplex entsteht auf den Trümmern des alten Zentrums, das 2017 aus Sicherheitsgründen geschlossen werden musste. Nach acht Jahren des Wartens und der komplexen Planung markierte der vergangene Sonntag den offiziellen Baubeginn in Anwesenheit des Bischofs von Como, Kardinal Oscar Cantoni.

Orte der Liebe statt nur der Anerkennung

In der Botschaft an den Ortspfarrer Don Flavio Crosta drückte der Papst den Wunsch aus, dass das neue Zentrum „Räume für wahre menschliche Brüderlichkeit und christliche Bildung“ bieten möge. Don Crosta unterstrich in seiner Ansprache ein pädagogisches Kernprinzip des Namensgebers Johannes Bosco: Für junge Menschen reiche es nicht aus, geschätzt zu werden – „sie müssen wissen, dass sie geliebt werden“.

Gemeinschaft ohne Mauern

Das Projekt des neuen Zentrums wurde maßgeblich durch die Mithilfe ehemaliger Besucher unterstützt. „Ehemalige Kinder“ des Oratoriums, die heute als Ingenieure, Architekten oder im Ruhestand tätig sind, stellten ihre Kompetenzen ehrenamtlich zur Verfügung.

Besonders eindringlich war das Zeugnis der heutigen Jugendlichen während der Zeremonie. Sie reflektierten über die achtjährige Zeit ohne festes Gebäude:

„Sind wir wirklich verloren? In der Zeit von ‚Nimmerland‘ haben wir uns als Gemeinschaft neu entdeckt. Ohne Mauern haben wir gelernt, vereint zu bleiben; ohne Dach haben wir gelernt, uns gegenseitig ein Zuhause zu sein. Denn ein Oratorium entsteht nicht aus Zement, sondern aus dem Blick derer, die in einem jungen Menschen etwas erkennen, für das es sich lohnt, sich einzusetzen.“

Ein moderner Mehrzweckbau

Das vom Architekturbüro Alessandra Mastrogiacomo entworfene Gebäude soll multifunktional und offen gestaltet sein. Wo früher getrennte und teils unpraktische Räume waren, entsteht nun ein einladendes Zentrum für die gesamte Gemeinde. Nach der Genehmigung durch das vatikanische Klerus-Dikasterium im vergangenen November wird der Bau nun zügig vorangetrieben, um der „Isolation unserer Zeit“ einen lebendigen Ort der Begegnung entgegenzusetzen.

(vatican news)

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03. März 2026, 13:28