Leo XIV. lädt dazu ein, für Priester in Krisen zu beten
Um Priester in Krisen dreht sich das Gebetsanliegen von Papst Leo XIV. für den Monat April, das zu Beginn der Karwoche vorgestellt wurde. In seinem Gebet bringt der Papst eine tiefe Fürbitte für Priester zum Ausdruck, die schwierige Momente durchleben: „wenn die Einsamkeit schwer wiegt, Zweifel verdunkeln und die Müdigkeit stärker erscheint als die Hoffnung“. Leo XIV. erinnert daran, dass die Priester „weder Funktionäre noch Einzelkämpfer sind, sondern geliebte Söhne, demütige und wertvolle Jünger und Hirten, die vom Gebet ihres Volkes getragen werden“.
Darüber hinaus betont der Pontifex die Bedeutung, die gemeinschaftliche Dimension des priesterlichen Dienstes neu zu entdecken. Er lädt die Gläubigen besonders dazu ein, „zuzuhören, ohne zu urteilen, zu danken, ohne etwas zu fordern, und zu begleiten mit aufrichtiger Nähe und Gebet“, und erkennt an, dass die Sorge um die Priester eine gemeinsame Verantwortung des ganzen Volkes Gottes ist.
In seinem Gebet bittet der Papst besonders darum, dass die Priester auf „echte Freundschaften und Netze geschwisterlicher Unterstützung“ zählen können sowie auf die Gnade, die Schönheit ihrer Berufung neu zu entdecken.
Das Gebet im Wortlaut
APRIL: Für Priester in Krisen
Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Herr Jesus,
guter Hirte und Wegbegleiter,
wir vertrauen dir heute alle Priester an,vor allem jene, die Zeiten der Krise durchleben,
in denen die Einsamkeit schwer wiegt,
Zweifel das Herz verdunkeln und die Müdigkeit stärker zu sein scheint als die Hoffnung.
Du, der du ihre Kämpfe und Wunden kennst,
erneuere in ihnen die Gewissheit deiner bedingungslosen Liebe.Gib, dass sie sich weder als Beamte noch als einsame Helden fühlen,sondern als geliebte Kinder, demütige und wertvolle Jünger;
Hirten, die vom Gebet deines Volkes gestützt werden.
Guter Vater,
lehre uns als Gemeinschaft, für unsere Priester zu sorgen:ihnen zuzuhören, ohne zu urteilen,ihnen zu danken, ohne Perfektion zu erwarten,
mit ihnen die Taufsendung zu teilen,
das Reich Gottes mit Gesten und Worten zu verkünden,
und sie mit Nähe und aufrichtigem Gebet zu begleiten.
Gib, dass wir uns darauf verstehen, jene zu unterstützen, die oft uns unterstützen.
Heiliger Geist,
entfache in unseren Priestern auf Neue die Freude am Evangelium.
Schenke ihnen echte Freundschaften, Netzwerke brüderlicher Hilfe,
eine Prise Humor, wenn die Dinge nicht so laufen wie erhofft,
und die Gnade, die Schönheit ihrer Berufung immer wieder neu zu entdecken.
Mögen sie das Vertrauen in Dich niemals verlieren,
und auch nicht die Freude, Deiner Kirche mit demütigem und großzügigem Herzen zu dienen.
Amen.
Geschwisterliche Unterstützung für jene, die andere tragen
Der internationale Direktor des Weltweiten Gebetsnetzwerks des Papstes, Pater Cristóbal Fones, erklärte aus Anlass der Veröffentlichung, dass ihm dieses Gebetsanliegen besonders am Herzen liege: „Der Papst erinnert uns daran, dass wir jene unterstützen müssen, die andere unterstützen. Ich selbst empfinde das sehr stark, wenn ich an die vielen Mitbrüder und Freunde denke, die schwierige Zeiten durchleben. Es ist entscheidend, die Bedeutung menschlicher Begleitung, echter Freundschaft und vor allem der Unterstützung im Gebet zu erkennen. Priester müssen wissen, dass sie nicht allein sind.“
Im Licht des jüngeren Lehramts der Kirche – vom Zweiten Vatikanischen Konzil bis zu den Lehren der letzten Päpste – werde betont, dass der Priester ein verletzlicher Mensch sei, der „Barmherzigkeit, Nähe und Verständnis" brauche. Schwierige Zeiten sollte er also nicht allein durchstehen, sondern sich vielmehr von der Gemeinschaft begleiten und tragen lassen, so die Botschaft des aktuellen Gebetsanliegens, in dem Papst Leo alle dazu auffordere, über die Notwendigkeit nachzudenken, „sich um die Geistlichen zu kümmern, ihnen zuzuhören und sie zu begleiten“, so die Erläuterung in einer Aussendung zur Intention.
Insbesondere mit der Kampagne „Bete mit dem Papst“ lädt das Kirchenoberhaupt über sein Gebetsnetzwerk die Gläubigen und alle Menschen guten Willens ein, einen Moment innezuhalten, um anzuerkennen und zu vertiefen, dass hinter jedem Dienst ein Leben steht, das ebenfalls Nähe und Aufmerksamkeit braucht.
„Fürchtet euch nicht vor eurer Schwachheit: Der Herr sucht keine perfekten Priester“
Eine synodale Kirche ist auch eine Kirche, die sich um die Berufung der Priester kümmert und sie unterstützt, damit sie bessere Hirten, bessere Brüder und bessere Menschen werden. Papst Franziskus hatte bereits im „Video des Papstes“ im Juli 2018 seine Sorge um seine Mitbrüder zum Ausdruck gebracht: „Die Müdigkeit der Priester! Wisst ihr, wie oft ich daran denke?“
Am 27. Juni 2025 sagte Papst Leo XIV. anlässlich des Tages der Heiligung der Priester zu ihnen: „Fürchtet euch nicht vor eurer Schwachheit: Der Herr sucht keine perfekten Priester, sondern Herzen, die demütig, bereit und offen sind, zu lieben.“ Einen Tag zuvor, am 26. Juni 2025, hatte der Papst in seiner Botschaft an die Teilnehmer des internationalen Treffens „Glückliche Priester – ‚Ich habe euch Freunde genannt‘ (Joh 15,15)“ betont, dass es möglich sei, „glückliche Priester zu sein, weil Christus uns berufen und zu seinen Freunden gemacht hat“.
Vom Weltweiten Gebetsnetzwerk des Papstes wird hervorgehoben, dass dieses Anliegen nicht nur ein Aufruf zum Gebet ist, sondern auch zum Handeln: Räume des Zuhörens schaffen, gastfreundliche Gemeinschaften fördern, destruktive Kritik vermeiden und die Beziehungen stärken.
Das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes
Das Weltweite Gebetsnetzwerk des Papstes ist ein päpstliches Werk, das den Jesuiten anvertraut ist. Es ist in über 90 Ländern präsent und vereint eine geistliche Gemeinschaft von mehr als 22 Millionen Menschen, die sich bemühen, ihren Alltag in der Bereitschaft zu leben, an der Sendung Christi mitzuwirken. Im Mittelpunkt stehen die monatlichen Gebetsanliegen des Papstes, die dazu einladen, sich auf die Herausforderungen der Welt und die Sendung der Kirche zu konzentrieren.
Gegründet im Jahr 1844 als Apostolat des Gebets, wurde es im Dezember 2020 von Papst Franziskus als Vatikanische Stiftung errichtet; im Juli 2024 wurden seine endgültigen Statuten approbiert.
(vatican news/pm - cs)
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