Leo XIV.: Organspende verantwortungsvolle und solidarische Geste
Mario Galgano - Vatikanstadt
In seiner Rede hob der Pontifex hervor, dass die Kirche die Entwicklung der Transplantationsmedizin von Beginn an begleitet habe. Bereits wenige Wochen nach der Geste Don Gnocchis habe Papst Pius XII. die moralische Zulässigkeit der Entnahme zu therapeutischen Zwecken unter Wahrung der Menschenwürde anerkannt.
Leo XIV. zitierte zudem seine Vorgänger Johannes Paul II. und Franziskus, um den Stellenwert der Organspende zu unterstreichen. Er bezeichnete die Spende in Anlehnung an den Katechismus als „edle und verdienstvolle Tat“, die als Ausdruck universeller Geschwisterlichkeit zu fördern sei. „Es handelt sich um eine Handlung, die die Großzügigkeit des Geschenks mit der moralischen Verantwortung verbindet, die sie begleitet“, so das Kirchenoberhaupt.
Warnung vor Kommerzialisierung
Gleichzeitig mahnte der Papst zur Wachsamkeit gegenüber ethischen Grenzüberschreitungen. Er betonte die Notwendigkeit, „jede Form der Vermarktung des menschlichen Körpers zu vermeiden“ und gerechte sowie transparente Kriterien für Transplantationen zu garantieren. In einer Zeit, in der vieles nach Logiken von Preis, Effizienz oder Interesse bewertet werde, müsse die Organspende ein unentgeltlicher Akt bleiben.
Förderung der Forschung und des Ehrenamts
Leo XIV. nutzte die Gelegenheit, um die wissenschaftliche Forschung zu ermutigen, weiterhin nach wirksamen Lösungen zu suchen, da der Bedarf an Organen die Verfügbarkeit noch immer weit übersteige. Der wissenschaftliche Fortschritt müsse jedoch stets am ganzheitlichen Wohl der Person und dem Respekt vor ihrer Würde orientiert bleiben.
Abschließend dankte der Papst den medizinischen Fachkräften und Freiwilligen für ihre oft im Verborgenen geleistete Arbeit. Er rief Institutionen dazu auf, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit zu verstärken, damit eine „bewusste, freie und geteilte Kultur der Spende“ wachsen könne, die als Zeichen der Solidarität und Hoffnung zu verstehen sei.
(vatican news)
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