Aschermittwoch (Mirek Krajewski) Aschermittwoch (Mirek Krajewski) 

Papst ruft zum „Wort-Fasten“ auf: Mehr als Verzicht auf Speisen

Mit dem traditionellen Ritus der Ascheerteilung beginnt an diesem Mittwoch, dem 18. Februar, für weltweit über 1,3 Milliarden Katholiken die österliche Bußzeit. Papst Leo XIV. nutzte die Generalaudienz auf dem Petersplatz, um die Gläubigen auf einen Weg der inneren Erneuerung einzustimmen. Dabei überraschte er mit einem konkreten Rat: Dem Fasten von Worten, die andere verletzen.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Aschermittwoch wird im Vatikan mit einer Bußprozession von der Kirche Sant’Anselmo zur Basilika Santa Sabina begangen, wo der Papst um 17:00 Uhr die Messe feiert und die Asche segnet. Doch bereits am Vormittag gab er den Pilgern in verschiedenen Sprachen wegweisende Impulse für die kommenden 40 Tage mit auf den Weg.

Die Stille gegen die Unruhe des Alltags

In Anlehnung an seine Fastenbotschaft vom 5. Februar mahnte der Papst, „das Geheimnis Gottes wieder in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen“. Nur so könne der Glaube neuen Schwung finden und das Herz sich nicht in den „Unruhen und Ablenkungen des Alltags verlieren“. Die Fastenzeit sei eine Einladung, innerlich erneuert zum Osterfest zu gelangen.

Aschermittwoch
Aschermittwoch   (VATICAN MEDIA Divisione Foto)

Worte als Waffen: Das „ungeliebte“ Fasten

Besonders deutlich wurde der Pontifex bei seinen Grüßen an die spanischsprachigen Gläubigen. Er empfahl ein „Fasten von Worten“, die wie Waffen treffen und Schmerz zufügen können. Diese Form der Enthaltsamkeit bezeichnete er als „sehr konkret und oft wenig geschätzt“.

„Bitten wir den Herrn, unsere Herzen darauf vorzubereiten, sein Wort zu hören und in die Tat umzusetzen, indem wir auf Gesten und Kommentare verzichten, die andere verletzen und uns von seinem barmherzigen Herzen entfernen“, so der Aufruf des Papstes.

Papst Leo XIV. bei der Generalaudienz
Papst Leo XIV. bei der Generalaudienz   (@Vatican Media)

Ein Herz für die Mitmenschen

An die deutschsprachigen Pilger richtete er den Wunsch, die Gnaden dieser Zeit mit „offenem Herzen“ zu empfangen, damit sie „reiche Früchte des Heils für uns und unsere Brüder und Schwestern bringen“. Eine echte Umkehr des Herzens, so betonte er gegenüber englischsprachigen Gästen, müsse sich zwangsläufig darin zeigen, dass man die Liebe Gottes mit den Menschen in der Umgebung teilt.

Gedenken an die Göttliche Barmherzigkeit

Zum Abschluss erinnerte der Papst an ein besonderes Jubiläum: Am 22. Februar jährt sich zum 95. Mal die erste Erscheinung des Barmherzigen Jesus vor der heiligen Faustina Kowalska. Er rief dazu auf, die Fastenzeit als Zeit der Begegnung mit Christus durch das Sakrament der Beichte und Werke der Barmherzigkeit zu nutzen.

(vatican news)

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18. Februar 2026, 11:57

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