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Papst Leo bei der Messe am Fest der Darstellung des Herrn und 30. Welttag des geweihten Lebens Papst Leo bei der Messe am Fest der Darstellung des Herrn und 30. Welttag des geweihten Lebens

Welttag des geweihten Lebens: Propheten in einer lauten Welt

Am Fest der Darstellung des Herrn, an dem die Kirche auch den Welttag des geweihten Lebens begeht, hat Papst Leo XIV. mit Ordensleuten eine heilige Messe gefeiert. In seiner Predigt im Petersdom beschrieb er das geweihte Leben als radikale Hingabe, bleibende Präsenz in Krisen und eine Hoffnung, die sich nicht an kurzfristigem Erfolg misst.

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

Am 2. Februar begeht die katholische Kirche den Welttag des geweihten Lebens. Eingeführt wurde er 1997 von Papst Johannes Paul II. am Fest „Mariä Lichtmess“, um die Bedeutung von Orden und Gemeinschaften geistlichen Lebens stärker ins Bewusstsein zu rücken. Weil die katholische Kirche Lichtmess auch als Tag des geweihten Lebens begeht, feiert der Papst den Gottesdienst am 2. Februar immer mit Ordensleuten. An diesem Festtag werden auch Kerzen gesegnet.

Die Prozession im Petersdom
Die Prozession im Petersdom   (ANSA)


Zu Beginn der Feier war der Petersdom noch in gedämpftes Licht getaucht. Ordensleute verschiedener Gemeinschaften zogen mit brennenden Kerzen in feierlicher Prozession zum Hochaltar des Petersdoms. Nach dem Tagesgebet wurden die Kerzen gelöscht und die Lichter in der Basilika gingen an.

Der Petersdom an diesem Montag
Der Petersdom an diesem Montag   (VINCENZO LIVIERI)

 

In seiner Predigt zum Evangelium von Jesus, der im Tempel von Simeon und Hanna als Messias erkannt und verkündet wird, deutete Papst Leo die Begegnung Jesu mit den beiden Greisen als Zusammentreffen zweier Bewegungen: „der selbstlosen Liebe Gottes, der kommt, um die Menschen zu retten – und der Liebe des Menschen, der das Kommen Gottes erwartet“. Gerade dass der Messias als Sohn einer armen Familie dargestellt werde, zeige, dass die Macht Gottes nicht in Dominanz, sondern in Solidarität zum Ausdruck kommt.

„Die Kirche bittet euch, Propheten zu sein“

Simeon und Hanna stünden dabei für die lange, oft gebrochene Hoffnungsgeschichte Israels – eine Geschichte voller Umwege, aber getragen von einem einzigen Ziel: der Wiederherstellung der Gemeinschaft zwischen Gott und Mensch.

Papst Leo XIV.
Papst Leo XIV.   (ANSA)

 

„Vor diesem Hintergrund begehen wir den 30. Tag des geweihten Lebens und erkennen in dieser Szene ein Symbol für die Sendung der Ordensmänner und Ordensfrauen in der Kirche und in der Welt,“ schlug der Papst, der selbst dem Augustinerorden angehört, den Bogen zu dem Festtag, den wir am 2. Februar begehen. „Liebe Brüder und Schwestern, die Kirche bittet euch, Propheten zu sein: Boten und Botinnen, die die Gegenwart des Herrn verkünden und ihm den Weg bereiten.“

Die Messfeier mit Ordensleuten am 30. Welttag des geweihten Lebens
Die Messfeier mit Ordensleuten am 30. Welttag des geweihten Lebens   (VINCENZO LIVIERI)

 

Die Geschichte der Orden: Bleiben, wo andere gehen

Die Geschichte der Orden diene nicht der Nostalgie, sondern sei „ein wunderbares Beispiel dafür, wie man diesen Auftrag konkret leben kann,“ führte der Papst weiter aus. Die Ordensmänner und -frauen hätten den prophetischen Auftrag gelebt, indem sie Grenzen überschritten: Sie seien geblieben, wo andere gingen – in Armut, Krankheit, Gewalt und Krieg.
„Mit der Kraft der Gnade haben sie sich auch in riskante Unternehmungen gewagt, um in feindselig und gleichgültig gesinnten Umfeldern betend da zu sein und in Situationen des Verfalls und der Verlassenheit eine gütige Hand und eine freundliche Schulter zu bieten, um inmitten von Krieg und Hass ein Zeugnis des Friedens und der Versöhnung zu geben, bereit, auch die Folgen eines unkonventionellen Handelns zu tragen, das sie in Christus zu einem „Zeichen des Widerspruchs” werden ließ (vgl. Lk 2,34) und manchmal sogar zum Martyrium geführt hat.“

Der Petersdom am 2. Februar 2026
Der Petersdom am 2. Februar 2026   (@Vatican Media)

 

In einer Zeit, in der Glaube und Lebenspraxis immer weiter auseinanderdriften, erhalte diese Haltung neue Brisanz, so der Papst weiter. Und so seien die Ordensleute gerufen, „Zeugnis davon zu geben, dass Gott in der Geschichte als Heil aller Völker gegenwärtig ist; zu bezeugen, dass junge und alte Menschen, Arme, Kranke und Gefangene vor allem ihren heiligen Platz auf seinem Altar und in seinem Herzen haben und dass gleichzeitig jeder von ihnen ein unantastbarer Tempel seiner Gegenwart ist, vor dem man niederknien muss, um ihm zu begegnen, ihn anzubeten und ihm die Ehre zu erweisen.“

Blick in den Petersdom
Blick in den Petersdom   (AFP or licensors)

Bewusst in Konflikt- und Krisengebieten bleiben

Lobende Worte fand der Papst auch für die „Horte des Evangeliums“: die Gemeinschaften, die bewusst in Konflikt- und Krisengebieten blieben. „Sie gehen nicht weg, sie fliehen nicht, sie bleiben, ohne alles, um ein Zeichen zu sein, das mehr sagt als tausend Worte, für die unantastbare Heiligkeit des Lebens an sich, und sie werden mit ihrer Anwesenheit – auch dort, wo Waffen dröhnen und wo Überheblichkeit, Eigennutz und Gewalt zu herrschen scheinen.“

Mit Verweis auf das Gebet des greisen Simeon: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht in Frieden scheiden“, erinnerte Papst Leo daran, dass das Ordensleben für eine Freiheit stehe, die der Hoffnung auf das Ewige erwächst. „Das Ordensleben lehrt uns nämlich mit seiner gelassenen Loslösung von allem Vergänglichen die unauflösliche Verbindung zwischen der echten Sorge um die irdischen Dinge und der liebevollen Hoffnung auf die ewigen Dinge, für die wir uns bereits in diesem Leben als unser letztes und einziges Ziel entschieden haben und die alles andere zu erhellen vermögen,“ stellte der Pontifex fest.

Die Messfeier im Petersdom
Die Messfeier im Petersdom   (@Vatican Media)

 

Das Ordensleben solle also zeigen, dass Versöhnung möglich ist, wo Hass regiert, und Geschwisterlichkeit wachsen kann, wo Fronten verhärtet sind.

Abschließend richtete der Papst folgende Worte an die Gottgeweihten:

„Liebe gottgeweihte Frauen und Männer, die Kirche dankt heute dem Herrn und euch für euer Dasein und ermutigt euch, dort, wo die Vorsehung euch hinführt, ein Ferment des Friedens und ein Zeichen der Hoffnung zu sein. Wir vertrauen euer Wirken der Fürsprache der seligen Jungfrau Maria und all eurer heiligen Gründer und Gründerinnen an, während wir vor dem Altar gemeinsam unsere Lebenshingabe an Gott erneuern.“

 

Papst Leo bei der Kerzenweihe
Papst Leo bei der Kerzenweihe   (@Vatican Media)

(vaticannews – skr)

 

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02. Februar 2026, 18:40