Papst Leo XIV. erklärt das Geheimnis der Kirche
Mario Galgano - Vatikanstadt
In seiner Ansprache griff der Papst auf den Begriff des „Geheimnisses“ (mysterium) zurück, den das Konzil in Anlehnung an den Apostel Paulus verwendete. Leo XIV. stellte klar, dass dies nichts Unverständliches bezeichne: „Wenn der heilige Paulus dieses Wort verwendet, will er damit auf eine Realität hinweisen, die zuvor verborgen war und nun offenbart wurde.“ Ziel dieses göttlichen Plans sei es, alle Geschöpfe durch Christus zu vereinen.
Die Kirche als „Sakrament“ der Versöhnung
Besonderes Augenmerk legte der Papst auf die Definition der Kirche als „Sakrament“. Das Konzil beschreibe die Kirche in Lumen Gentium als Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit.
„Die Kirche ist das Geheimnis, das wahrnehmbar gemacht wird“, erklärte der Papst. Sie sei ein „aktives Zeichen“. Wenn Gott in der Geschichte wirke, beziehe er die Menschen mit ein. Durch die Kirche erreiche er sein Ziel, die Menschen untereinander zu versöhnen und mit sich selbst zu vereinen. Dies sei gerade in einer Zeit der „Zersplitterung“ von entscheidender Bedeutung.
Gegen die Spaltung: Die Kraft des Kreuzes
Der Papst diagnostizierte einen Zustand der Menschheit, der von Spaltung geprägt sei – ein Zustand, den der Mensch aus eigener Kraft nicht beheben könne, trotz einer tiefen Sehnsucht nach Einheit. Hier setze das Wirken Jesu Christi an, der durch seinen Geist die Trennmauern niedergerissen habe.
„Das gemeinsame Feiern wird als Anziehungskraft des Kreuzes Christi erlebt“, so Leo XIV. Er betonte, dass die Kirche als „ekklesía“ – die Versammlung der Zusammengerufenen – eine heiligende Präsenz inmitten einer zerrissenen Welt bilden müsse.
Ein Auftrag für die Geschichte
Zum Abschluss seiner Katechese drückte der Papst seine Dankbarkeit dafür aus, dass die Gläubigen Teil dieses „Leibes des auferstandenen Christus“ sein dürfen. Die Kirche pilgere als Volk Gottes durch die Geschichte und habe den Auftrag, als „wirksames Zeichen der Einheit und Versöhnung zwischen den Völkern“ zu leben.
Der Zustand der Welt erfordere heute mehr denn je, dass die Kirche ihrer Berufung als „allumfassendes Heilssakrament“ gerecht werde, um die Menschen enger mit Christus zu verbinden und sie an seinem Leben teilhaben zu lassen.
(vatican news)
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