Papst Leo XIV. empfängt Swjatoslaw Schewtschuk

Papst Leo XIV. hat am Donnerstag das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche, Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, im Apostolischen Palast empfangen. Im Zentrum der zweiten Privataudienz seit der Wahl des Pontifex standen die Bemühungen um die Rettung von Menschenleben und die spirituelle Unterstützung für das kriegsgebeutelte Land.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Swjatoslaw Schewtschuk dankte dem Kirchenoberhaupt für die Solidarität des Heiligen Stuhls und die konkrete Hilfe, teilte der Kyiver Großerzbischof im Anschluss mit. Erst vor wenigen Tagen hatte Leo XIV. über das päpstliche Almosenamt 80 Stromgeneratoren in die Ukraine schicken lassen, um der Bevölkerung im harten Winter beizustehen.

Eine Liste der Hoffnung: Einsatz für Kriegsgefangene

Ein zentraler Moment der Begegnung war die Übergabe neuer Listen mit Namen von Kriegsgefangenen und Vermissten. Diese Dokumente wurden dem Großerzbischof direkt von den betroffenen Familien übergeben, in der Hoffnung, dass die diplomatischen Kanäle des Vatikans einen Austausch oder eine Freilassung bewirken können.

Bereits bei seiner ersten Audienz im Mai 2025 hatte Schewtschuk dem Pontifex eine Liste mit 500 Namen überreicht. Der Vatikan beteiligt sich seit Beginn des großflächigen russischen Angriffskrieges systematisch an der Mission, Menschenleben zu retten und humanitäre Korridore zu unterstützen.

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@Vatican Media)

Die „Friedenstaube“ aus Raketenteilen

Besondere symbolische Kraft entfaltete der Austausch der Geschenke. Swjatoslaw Schewtschuk überreichte dem Papst eine Skulptur des italienischen Künstlers und Kardiologen Luciano Capriotti mit dem Titel „Die Friedenstaube in Zeiten des Krieges“.

Das Keramikwerk zeigt eine zerbrechliche Taube, die von einem Metallfragment einer russischen Rakete getroffen wurde, die auf Charkiw abgefeuert worden war. „Trotz der Wunde bleibt der Vogel lebendig“, erklärte Schewtschuk. „Dies ist ein wunderschönes Symbol für die heutige Ukraine: verwundet, aber lebendig.“

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@VATICAN MEDIA)

Weltweite Kirche und Einladung nach Kyiv

In dem Gespräch betonte der Großerzbischof zudem die globale Dimension seiner Kirche. Obwohl sie in der Kyiver Tradition verwurzelt sei, verstehe sie sich als Weltkirche, die allen Völkern offenstehe – gerade durch die volle Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri.

Vor seinem Abschied bat Schewtschuk den Papst um den Segen für das ukrainische Volk und erneuerte die Einladung an Leo XIV., die Ukraine und speziell Kyiv zu besuchen. Der Pontifex sicherte ihm sein „beständiges Gebet“ für das Land zu. Es war die dritte offizielle Begegnung der beiden Kirchenführer innerhalb eines Jahres, nach der ersten Audienz im Mai und einem großen Pilgerereignis zum Jubiläumsjahr im vergangenen Juni.

(vatican news)

 

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13. Februar 2026, 08:55