Papst würdigt italienische Präfekten als Hüter der sozialen Eintracht
Mario Galgano - Vatikanstadt
Der Pontifex erinnerte zu Beginn an den gemeinsamen Schutzpatron der Präfekten, den Heiligen Ambrosius von Mailand. Dieser verkörpere beispielhaft die Konvergenz von Staat und Kirche: Als Präfekt der damaligen Kaiserstadt wurde er durch das Volk zum Bischof ausgerufen. „Ambrosius übte seine öffentlichen Funktionen auf neue Weise aus und stellte die ihm verliehene spirituelle Autorität in den Dienst des Volkes“, so das Kirchenoberhaupt.
Historische Verwandtschaft: Von der Diözese zum Bischofsamt
Interessanterweise wies der Papst darauf hin, dass die Begriffe für die Verwaltung des Staates und der Kirche denselben Ursprung haben. Sowohl die Bürger Roms als auch die Jünger Jesu waren in „Diözesen“ organisiert, an deren Spitze entweder Prätorianerpräfekten oder „Episkopoi“ (Bischöfe) standen – jene, die als gute Hirten über das Volk wachen.
Diese historische Verwandtschaft präge bis heute die Mission der Präfekten, die durch die Gewährleistung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit dem Gemeinwohl dienen. „Gerade unsere Zeit, die von Konflikten und internationalen Spannungen geprägt ist, verdeutlicht die Wichtigkeit, das Gemeinwohl zu schützen“, betonte der Bischof von Rom. Dies betreffe nicht nur materielle Aspekte, sondern vor allem das moralische und spirituelle Erbe der Republik.
Ordnung als Voraussetzung für Freiheit
Für den Pontifex ist die Arbeit der Präfekten weit mehr als reine Kriminalitätsbekämpfung. Durch die Überwachung der sozialen Eintracht schützten sie die Grundvoraussetzung für die Freiheit und die Rechte der Bürger. „Wenn der zivile Raum frei von Unruhen ist, finden die Armen leichter Aufnahme, Erlebte die ältere Generation mehr Ruhe, und die Dienste für Familien, Kranke und Jugendliche verbessern sich“, erklärte er.
In diesem Zusammenhang zitierte er den Heiligen Augustinus: „Diejenigen, die befehlen, stehen im Dienst derer, denen sie vorzustehen scheinen. Sie befehlen nämlich nicht aus Herrschsucht, sondern aus der Pflicht der Fürsorge.“ Dieser Grundsatz harmoniere mit der italienischen Verfassung, nach der öffentliche Bedienstete ausschließlich im Dienst der Nation stehen.
Herausforderung Künstliche Intelligenz
Abschließend ging das Kirchenoberhaupt auf moderne Herausforderungen ein, insbesondere auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung. Diese Instrumente müssten sorgfältig gesteuert werden – nicht nur zum Schutz personenbezogener Daten, sondern zum Wohle aller, ohne dass sich elitäre Gruppen dieser Technologien bemächtigen.
Der Papst dankte den Präfekten zudem für die konstruktive Zusammenarbeit mit den Diözesanbischöfen, insbesondere bei der Aufnahme von Migranten und der Unterstützung von Bedürftigen. Er schloss seine Ansprache mit einem Segen für die Beamten und deren Familien sowie dem Wunsch nach einer „tugendhaften Sorge um die Gesellschaft“.
(vatican news)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.
