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Brasilien: Papst mahnt Recht auf menschenwürdiges Wohnen an

In einer an diesem Aschermiittwoch veröffentlichten Botschaft an die Gläubigen Brasiliens hat Papst Leo XIV. den Beginn der Fastenzeit zum Anlass genommen, ein scharfes Schlaglicht auf die prekäre Wohnsituation Millionen Leidender zu werfen. Zur Eröffnung der traditionellen „Kampagne der Geschwisterlichkeit“ (Campanha da Fraternidade) forderte er nicht nur punktuelle Hilfe, sondern strukturelle Lösungen gegen die Obdachlosigkeit.

Mario Galgano - Vatikanstadt

In seinem Schreiben, das auf den 11. Februar datiert ist und an diesem Mittwoch zum Start der Fastenzeit in Brasilien verbreitet wurde, knüpft der Papst an das diesjährige Motto der Kampagne an: „Er kam, um unter uns zu wohnen“. Er erinnert daran, dass die Fastenzeit eine Zeit der Umkehr und des Gebets sei, die untrennbar mit der tätigen Nächstenliebe verbunden sein müsse.

Wohnungsnot als Synthese sozialer Mängel

Unter Bezugnahme auf seine Exhortation Dilexi te betonte der Pontifex, dass ein „unauflösliches Band zwischen unserem Glauben und den Armen“ bestehe. Es reiche nicht aus, nur die Symptome zu lindern; vielmehr müsse man sich bemühen, die „strukturellen Ursachen der Armut zu lösen“.

Papst Leo XIV. zitierte zudem seinen heiligen Vorgänger Johannes Paul II., der den Mangel an angemessenem Wohnraum als „Zeichen und Synthese einer Reihe von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Unzulänglichkeiten“ bezeichnet hatte. Die harte Realität der Wohnungsnot betreffe Individuen, Familien und die gesamte Gesellschaft gleichermaßen negativ.

Forderung an die Politik

Der Papst beließ es nicht bei einem rein geistlichen Appell. Er richtete sich explizit an die staatlichen Ebenen:

„Ich wünsche mir gleichermaßen, dass die Initiativen der Kampagne der Brüderlichkeit die Regierungsbehörden dazu inspirieren können, öffentliche Maßnahmen zu fördern, damit durch die Zusammenarbeit aller der bedürftigsten Bevölkerung signifikante Verbesserungen der Wohnbedingungen angeboten werden können.“

Beständigkeit statt punktueller Aktionen

Eine bloße Beschränkung der Nächstenliebe auf die Fastenzeit oder isolierte Hilfsaktionen wies das Kirchenoberhaupt zurück. Die Teilung der Gaben Gottes müsse eine „beständige Haltung“ sein. Er zog dabei eine Parallele zur Gottesmutter Maria, die in Bethlehem keine Herberge fand, um den Erlöser zur Welt zu bringen, und die heute als Schutzpatronin Brasiliens im Heiligtum von Aparecida verehrt wird.

Die „Campanha da Fraternidade“ wird seit über 60 Jahren von der brasilianischen Bischofskonferenz (CNBB) durchgeführt und gilt als eine der weltweit größten kirchlichen Sozialinitiativen während der Fastenzeit.

(vatican news)

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18. Februar 2026, 14:14