Papst zur Taufe des Herrn: Mit Gott findet das Leben Erlösung
Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt
Es ist gute Tradition, dass Päpste zum Fest Taufe des Herrn Kinder taufen - für den neuen Papst Leo XIV. war es diesen Sonntag das erste Mal. In der sixtinischen Kapelle war er am 8. Mai 2025 zum neuen Papst gewählt worden. Nun spendete Papst Leo an eben diesem Ort bei der feierlichen Messe das Taufsakrament dem Nachwuchs von Vatikanangestellten - acht Mädchen und zwölf Jungen waren es. In seiner Predigt warb der Papst auch explizit für die Kindstaufe: „Die Kinder, die ihr jetzt in den Armen haltet, sind zu neuen Geschöpfen geworden. So wie sie von euch Eltern das Leben empfangen haben, so empfangen sie nun auch den Sinn, es zu leben: den Glauben. Wenn wir wissen, dass etwas gut und wichtig ist, suchen wir es sofort für diejenigen, die wir lieben. Wer von uns würde Neugeborene ohne Kleidung oder Nahrung zurücklassen, in der Hoffnung, dass sie als Erwachsene selbst entscheiden, wie sie sich kleiden und was sie essen wollen? Meine Lieben, wenn Nahrung und Kleidung zum Leben notwendig sind, dann ist der Glaube mehr als notwendig, denn mit Gott findet das Leben Erlösung."
Gott ist da, wo wir ihn nicht erwarten
Die Bibel beschreibt die Taufe Jesu im Matthäusevangelium so: Jesus ging zu Johannes, um sich im Jordan taufen zu lassen, was Johannes zunächst ablehnt, weil er meint, Jesus müsse ihn taufen und nicht umgekehrt, worauf Jesus sagt: „Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach. Dazu erklärte Papst Leo in seiner Predigt:
„Wie ein Licht in der Finsternis lässt sich der Herr dort finden, wo wir ihn nicht erwarten: Er ist der Heilige unter den Sündern, der unter uns wohnen will, ohne Abstand zu halten, sondern im Gegenteil alles Menschliche bis zum Äußersten auf sich nimmt. „Lass es zu“, antwortet Jesus Johannes, „denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen“ (V. 15). Welche Gerechtigkeit? Die Gerechtigkeit Gottes, der in der Taufe Jesu unsere Rechtfertigung vollbringt: In seiner unendlichen Barmherzigkeit macht uns der Vater durch seinen Christus, den einzigen Erlöser aller, gerecht. Wie geschieht das? Derjenige, der von Johannes im Jordan getauft wird, macht diese Geste zu einem neuen Zeichen des Todes und der Auferstehung, der Vergebung und der Gemeinschaft. Das ist das Sakrament, das wir heute für eure Kinder feiern: Weil Gott sie liebt, werden sie Christen, unsere Schwestern und Brüder."
An die Eltern der Täuflinge richtete der Papst in seiner Predigt die Worte:
„Sicherlich wird der Tag kommen, an dem sie zu schwer werden, um sie auf den Armen zu halten; und es wird auch der Tag kommen, an dem sie euch stützen werden. Die Taufe, die uns in der einen Familie der Kirche vereint, heilige zu jeder Zeit alle eure Familien und schenke der Liebe, die euch verbindet, Kraft und Beständigkeit." Das katholische Kirchenoberhaupt hatte später auch noch ein Geschenk für die Eltern: Eine Medaille mit der Gottesmutter Maria.
Beim Taufakt goss der Papst den Kindern persönlich Weihwasser über den Kopf, sprach die Taufformel mit jeweiligem Namen und taufte die Babys im Namen des dreifaltigen Gottes. Zu diesem und den weiteren Taufriten führte Leo in seiner Predigt zuvor aus:
„Das Wasser aus dem Taufbecken ist die Waschung im Heiligen Geist, die von allen Sünden reinigt; das weiße Gewand ist das neue Kleid, das Gott Vater uns für das ewige Fest seines Reiches schenkt; die am Osterkerzenleuchter entzündete Kerze ist das Licht des auferstandenen Christus, das unseren Weg erleuchtet. Ich wünsche Ihnen, dass Sie diesen Weg mit Freude im gerade begonnenen Jahr und Ihr ganzes Leben lang fortsetzen können, in der Gewissheit, dass der Herr Sie immer begleiten wird."
Musikalisch passend umrahmt wurde die feierliche Papst-Messe mit den Kindstaufen in der Sixtina vom berühmten dort angesiedelten Päpstlichen Chor der Sixtinischen Kapelle.
(vatican news - sst)
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