Papst empfängt ökumenische Delegation aus Finnland: Botschafter der Hoffnung

Inmitten der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen hat Papst Leo XIV. an diesem Montagvormittag die traditionelle ökumenische Pilgergruppe aus Finnland im Apostolischen Palast empfangen. Zum Festtag des heiligen Henrik, Schutzpatron Finnlands, würdigte das Kirchenoberhaupt die skandinavische Nation als Vorbild für den praktischen Dialog zwischen den Konfessionen.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Die Delegation wurde angeführt vom lutherischen Erzbischof von Turku, Tapio Luoma, dem orthodoxen Erzbischof Elia von Helsinki sowie dem katholischen Bischof Raimo Goyarrola. In seiner Ansprache dankte der Papst für die freundschaftlichen Grüße des finnischen Präsidenten Alexander Stubb und verwies auf das 750-jährige Jubiläum der Erzdiözese Turku.

Hoffnung über das Jubiläum hinaus

Bezugnehmend auf das diesjährige Motto der Weltgebetswoche – „Ein Leib und ein Geist“ (Eph 4,4) – betonte der Pontifex, dass die gemeinsame Taufe die Wurzel aller christlichen Geschwisterlichkeit sei. In einer Zeit, in der viele Menschen der Versuchung der Hoffnungslosigkeit erlägen, hätten Christen die essenzielle Mission, Licht in die dunklen Ecken der Welt zu bringen.

Obwohl das „Heilige Jahr der Hoffnung“ vor kurzem mit der Schließung der Heiligen Pforte im Petersdom offiziell zu Ende gegangen sei, kenne die christliche Hoffnung „kein Ende und keine Grenzen“. Die Gläubigen seien gerufen, durch „erbauliche Worte und karitative Taten“ Zeugnis von der rettenden Wahrheit Jesu Christi abzulegen.

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Finnland als „Modellland der Ökumene“

Besonders erfreut zeigte sich der Bischof von Rom über die konkreten Früchte der finnischen Zusammenarbeit. Finnland sei als „Modellland für Ökumene“ bekannt. Er hob hervor, dass die Bischöfe von Helsinki in einer gemeinsamen trilateralen Erklärung (orthodox-lutherisch-katholisch) eine „Kultur der Hoffnung, Würde und des Mitgefühls“ fördern und sich gemeinsam für den Ausbau der Palliativmedizin und der Sterbebegleitung einsetzen.

Ebenso würdigte er das finnische Ökumene-Dokument „Communion in Growth“ (Gemeinschaft im Wachstum). Die Erfahrungen daraus sollen laut Papst Leo XIV. auch in die sechste Phase des internationalen katholisch-lutherischen Dialogs einfließen, die im kommenden Monat beginnt. Bischof Goyarrola wird dort als Co-Vorsitzender die finnischen Erfahrungen einbringen.

Gebet für die Einheit

Zum Abschluss des Treffens rief der Papst die finnischen Christen dazu auf, gestärkt durch die Fürsprache der Apostel Petrus und Paulus sowie des heiligen Henrik, als „Träger der Hoffnung“ in ihre Heimat zurückzukehren. Als Zeichen der Verbundenheit in Christus lud der Pontifex die Anwesenden ein, gemeinsam das Vaterunser in englischer Sprache zu beten.

(vatican news)

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19. Januar 2026, 09:48