Die slowenischen Bischöfen beim Papst Die slowenischen Bischöfen beim Papst  (@Vatican Media)

Erster Ad Limina-Besuch im Pontifikat: Sloweniens Bischöfe bei Leo XIV.

Papst Leo XIV. hat an diesem Freitag die slowenische Bischofskonferenz zum ersten Ad limina-Besuch seit seinem Amtsantritt empfangen. In dem Gespräch ging es um die spezifischen Herausforderungen des mitteleuropäischen Landes – von den Schatten der kommunistischen Vergangenheit bis hin zur Suche nach neuen Priesterberufungen.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Während des Heiligen Jahres 2025 waren diese offiziellen Treffen ausgesetzt worden, sodass die Begegnung mit den Slowenen die erste dieser Art für Papst Leo XIV. darstellte. Zuletzt waren die Bischöfe aus Ljubljana, Maribor und den weiteren Diözesen im Februar 2018 in Rom gewesen.

„Eine brüderliche Begegnung ohne Berührungsängste“

Bischof Andrej Saje, der Vorsitzende der Slowenischen Bischofskonferenz, zeigte sich nach der Audienz sichtlich bewegt. Im Gespräch mit den Vatikan-Medien schilderte er die Atmosphäre des Treffens als ausgesprochen herzlich. „Wir sind diese Woche hier in Rom, an den Gräbern der Apostel Petrus und Paulus, und haben die verschiedenen Dikasterien besucht. Der Höhepunkt war zweifellos das Treffen mit dem Heiligen Vater an diesem Freitagmorgen“, so Saje.

Zum Nachhören - was der Vorsitzende der Bischofskonferenz sagte

Obwohl einige der jüngeren Bischöfe, die zum ersten Mal an einem solchen Besuch teilnahmen, anfangs eine gewisse Ehrfurcht verspürten, habe der Papst sie „sehr brüderlich“ empfangen. Saje, der den Papst bereits aus dessen Zeit als Präfekt des Bischofsdikasteriums kannte, betonte: „Wir haben die Gebete all unserer Gläubigen, Ordensschwestern und Familien mitgebracht.“

Die Audienz für die slowenischen Bischöfe
Die Audienz für die slowenischen Bischöfe   (@Vatican Media)

Herausforderung: Das Erbe des Kommunismus

Ein zentrales Thema des Austauschs war die Rolle der Kirche in der modernen Gesellschaft. Papst Leo XIV. habe sich sehr interessiert am Stand der Synodalität in Slowenien gezeigt. Bischof Saje erläuterte, dass die Herausforderungen in seinem Land zwar denen anderer europäischer Staaten ähnelten, aber eine entscheidende Besonderheit aufwiesen: „Das Erbe des Kommunismus existiert bei uns immer noch und prägt das Leben der Kirche in der heutigen Gesellschaft.“

Der Papst habe die Bischöfe ausdrücklich ermutigt, die Gemeinschaft untereinander sowie mit den Priestern, Ordensleuten und Laien zu stärken. „Er sagte uns: ‚Ihr müsst Freunde sein, Brüder. Ihr seid die Nachfolger der Apostel‘“, berichtete Saje. Besonders wichtig sei dem Pontifex das „Hören im Geist“ gewesen – also die Fähigkeit, in den verschiedenen Situationen der heutigen Welt wahrzunehmen, was Gott der Kirche sagen möchte.

Die Audienz für die slowenischen Bischöfe
Die Audienz für die slowenischen Bischöfe   (@Vatican Media)

Sorge um den Priesternachwuchs

Auch die prekäre Situation bei den Priesterberufungen kam zur Sprache. Leo XIV. erkundigte sich laut Saje konkret nach den Gründen für den Rückgang der Zahlen im Vergleich zu früheren Jahrzehnten. Der Papst rief die Bischöfe dazu auf, sich intensiv um ihre Priester zu kümmern und die Suche nach neuen Berufungen zur Priorität zu machen.

Nach einer Woche mit über zwanzig Terminen in den verschiedenen Behörden der Kurie kehren die Bischöfe nun gestärkt nach Slowenien zurück. „Wir sind ermutigt für unsere Zukunft und sehr zufrieden“, resümierte Bischof Saje. Die Botschaft des Papstes war klar: Gemeinsam evangelisieren, einander helfen und als Brüder vorangehen.

Neben Bischof Saje gehören der Konferenz aktuell die Erzbischöfe Stanislav Zore (Ljubljana) und Alojzij Cvikl (Maribor), die Diözesanbischöfe Peter Stumpf (Koper), Maksimilijan Matjaz (Celje) und Janez Kozinc (Murska Sobota) sowie die Weihbischöfe Anton Jamnik und Franc Sustar (beide Ljubljana) an. Ihr Besuch in Rom endet am Samstag.

(vatican news)

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16. Januar 2026, 15:25