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Papst an peruanische Bischöfe: Einfachheit gegen moderne Krise

An diesem Freitagvormittag empfing Papst Leo XIV. die Bischöfe aus Peru im Rahmen ihres „Ad-limina“-Besuchs im Vatikan. In seiner Ansprache rief der Pontifex die Oberhirten dazu auf, angesichts der vielfältigen gesellschaftlichen und kirchlichen Herausforderungen des Landes zum Vorbild der Apostel zurückzukehren.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Besonders hob er das Erbe des heiligen Toribio von Mogrovejo hervor, dessen Kanonisation sich in diesem Jahr zum 300. Mal jährt. Der Papst versicherte dem peruanischen Volk, dass er es „im Herzen trägt und mit Zuneigung besonders im Gebet gedenkt“. Er betonte, dass er die ihm vorab zugesandten Berichte über die Lage der Diözesen „mit Aufmerksamkeit gelesen“ habe.

Eine persönliche Prägung durch die peruanische Erde

Ein besonderer Moment der Audienz an diesem Freitag war das persönliche Zeugnis des Papstes über seine eigene Biografie. Leo XIV. hob hervor, dass Peru für ihn weit mehr als ein diplomatisches Dossier sei. Er habe dort in der Vergangenheit „Freuden und Mühen“ mit den Gläubigen geteilt. Er beschrieb, wie sehr ihn der „einfache Glaube der Menschen“ geprägt habe, von dem er selbst lernen durfte. Diese Zeit in Peru habe ihm die „Kraft einer Kirche vor Augen geführt, die auch inmitten von Prüfungen zu hoffen weiß“. Diese tiefe emotionale und spirituelle Verwurzelung in der peruanischen Kultur bildet nun das Fundament für seinen leidenschaftlichen Aufruf an die Bischöfe, das geistliche Erbe des Landes lebendig zu halten.

Schon am Donnerstag hatte Leo XIV. mit den peruanischen Bischöfen in deren Domizil zu Mittag gegessen. Die Bischofskonferenz veröffentlichte Fotos des Treffens auf der Plattform X und bezeichnete Leos XIV. Besuch als „angenehme und unerwartete Überraschung“.

Leo XIV. gehörte einst selbst der Peruanischen Bischofskonferenz an und war auch ihr Vize-Vorsitzender. Von 2015 bis 2023 leitete Robert Francis Prevost, wie der Papst mit bürgerlichem Namen heißt, das Bistum Chiclayo. Zuvor arbeitete der gebürtige US-Amerikaner viele Jahre als Augustiner-Ordensmann in dem südamerikanischen Land. Er besitzt die peruanische Staatsangehörigkeit.

„Ad instar Apostolorum“: Ein Leitfaden für die Mission

Auf die Frage, wie die Kirche in Peru heute auf die komplexen Herausforderungen der Evangelisierung antworten solle, verwies der Papst bei der Audienz an diesem Freitag auf das Ideal der frühen Missionare Amerikas: „ad instar Apostolorum“ – zu leben nach der Art der Apostel. Dies bedeute ein Leben in „Einfachheit, Mut und totaler Verfügbarkeit“, um sich vom Herrn führen zu lassen.

Drei zentrale Säulen nannte der Papst für diesen Weg. Zunächst die Einheit und Gemeinschaft: Die Glaubwürdigkeit der Kirche hänge von der realen Gemeinschaft zwischen den Hirten untereinander sowie mit dem Volk Gottes ab. Spaltungen, „Protagonismus“ und jede Form der Isolation müssten überwunden werden. Ein zweiter Punkt sei die Treue zum Evangelium. Das Wort Gottes müsse „integral“ verkündet werden, ohne die eigene christliche Identität im Dialog mit der Kultur zu verlieren. Und drittens gehe es um die Hingabe und Nähe. Nach dem Vorbild des heiligen Toribio seien die Bischöfe gerufen, sich den Menschen – besonders den Schwächsten – nahe zu fühlen und sie wie ein Vater zu behandeln.

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@Vatican Media)

Die Nähe des Bischofs müsse das gesamte Volk Gottes umfassen: Priester, Seminaristen, Ordensleute und vor allem jene, die am Rande der Gesellschaft stehen. „Wir sind gerufen, hinauszugehen, zuzuhören, zu begleiten und zu verstehen, um alle zu Gott zu führen“, so der Pontifex an diesem Freitag.

 

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@Vatican Media)

Segen für das Land

Zum Abschluss der Audienz dankte der Papst den Bischöfen für ihren unermüdlichen Einsatz, damit die „Frohe Botschaft in jedem Herzen widerhallt“. Er vertraute Peru der Fürsprache der Jungfrau von der Barmherzigkeit (Virgen de la Merced) an und erteilte den apostolischen Segen, den er ausdrücklich auf alle Priester, Ordensleute und insbesondere auf jene ausweitete, die „am meisten Kraft und Trost benötigen“.

(vatican news)

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30. Januar 2026, 14:46