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Papst fordert globale Solidarität: Ein Gott, eine Menschheit, ein Planet

Papst Leo XIV. hat an diesem Samstag junge Politikerinnen und Politiker aus aller Welt dazu aufgerufen, die Politik als ein Werkzeug des Friedens und der Gerechtigkeit neu zu beleben. Vor den Teilnehmern der Konferenz „One Humanity, One Planet“ betonte der Pontifex, dass eine wahre Geschwisterlichkeit nur dort entstehen könne, wo die Schwächsten der Gesellschaft – vom Ungeborenen bis zum Geflüchteten – geschützt werden.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Vom 26. Januar bis zum 1. Februar nehmen rund hundert Jugendliche aus der ganzen Welt in Rom an der abschließenden Woche des zweijährigen Ausbildungsprogramms für politisches Handeln teil, das von der NGO New Humanity der Fokolar-Bewegung in Zusammenarbeit mit der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika und mit Unterstützung der Stiftung Porticus gefördert wird.

Der Papst begrüßte die Jugendlichen in der Sala Clementina und wechselte zwischen Italienisch, Spanisch und Englisch. Er lobte das Engagement der jungen Generation, die Vielfalt der Nationen und Kulturen nicht als Grund für Rivalität, sondern als Chance zur Zusammenarbeit nach „synodalem Stil“ zu begreifen.

Synodalität als „Linse“ der Politik

Für den Papst ist die Synodalität – das gemeinsame Hören und Unterscheiden – nicht nur ein innerkirchliches Prinzip, sondern eine Methode für die Weltpolitik, hob er hervor. „Dieser Weg macht uns aufmerksam für den Blick desjenigen, der neben uns steht“, so der Papst an diesem Samstag. Es gehe darum, Visionen zu entwickeln, die Komplexität respektieren, ohne in Verwirrung zu stürzen.

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@Vatican Media)
Zum Nachhören

Besonders würdigte er das Projekt „Vier Träume“, eine Initiative der Päpstlichen Kommission für Lateinamerika, die auf die Impulse von Papst Franziskus zurückgeht. In Zeiten, die von Krieg und Ungerechtigkeit gezeichnet seien, müssten junge Politikerinnen und Politiker Verantwortung für den Frieden übernehmen – und zwar dort, „wo ihr jeden Tag lebt, studiert und arbeitet“.

Der Dreiklang des Friedens: Geschenk, Bündnis, Versprechen

Papst Leo XIV. definierte den Frieden in seiner Ansprache als dreifache Realität. Es sei ein Geschenk, ein Gut, das wir aus der Geschichte empfangen und für das wir danken müssen. Es sei aber auch ein Bündnis, eine gemeinsame Verpflichtung, den Frieden dort zu schaffen, wo er fehlt und schliesslich auch ein Versprechen, ein Anker für die Hoffnung auf eine bessere Welt.

„Es wird keinen Frieden geben, ohne dem Krieg ein Ende zu setzen, den die Menschheit gegen sich selbst führt...“

„Es wird keinen Frieden geben, ohne dem Krieg ein Ende zu setzen, den die Menschheit gegen sich selbst führt, wenn sie die Schwachen wegwirft, die Armen ausschließt und gegenüber Geflüchteten gleichgültig bleibt“, mahnte der Pontifex.

Prophetische Mahnung: Lebensschutz als Friedensgrundlage

In einem zentralen Teil seiner Rede griff der Papst ein Zitat von Mutter Teresa von Kalkutta auf. Mit Bezug auf ihre Nobelpreisrede erinnerte er daran, dass die „Abtreibung der größte Zerstörer des Friedens“ sei. Keine Politik könne im Dienst der Völker stehen, wenn sie diejenigen vom Leben ausschließe, die im Begriff sind, auf die Welt zu kommen. „Nur wer sich um die Kleinsten kümmert, kann wirklich große Dinge tun“, betonte er.

Die Audienz im Vatikan
Die Audienz im Vatikan   (@Vatican Media)

Ergänzung des Konferenztitels

Zum Abschluss schlug der Papst vor, den Titel der Konferenz „One Humanity, One Planet“ (Eine Menschheit, ein Planet) um ein drittes Element zu ergänzen: „One God“ (Ein Gott). Die Anerkennung Gottes als gütiger Schöpfer rufe alle Religionen dazu auf, zum sozialen Fortschritt beizutragen und das Gemeinwohl auf dem Fundament von Gerechtigkeit und Frieden zu suchen.

Mit den besten Wünschen für den weiteren Weg und dem apostolischen Segen entließ der Papst die jungen Delegierten in ihre abschließenden Beratungen.

(vatican news)

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31. Januar 2026, 12:42