Papst: Taufe ist großes Geschenk
Das Sonntagsevangelium beschreibt, wie Jesus sich von Johannes im Jordan taufen lässt - dabei sieht er demnach „den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen." (Mt 3,16). Gleichzeitig ertönt aus dem offenen Himmel die Stimme des Vaters, der sagt: „Dies ist mein geliebter Sohn" (V. 17). Dazu führte Papst Leo aus:
„Liebe Freunde, Gott betrachtet die Welt nicht aus der Ferne, ohne unser Leben, unsere Leiden und unsere Erwartungen zu berühren! Er kommt mit der Weisheit seines fleischgewordenen Wortes in unsere Mitte und bezieht uns in ein überraschendes Liebesvorhaben für die gesamte Menschheit mit ein."
In seiner Heiligkeit lasse sich der Herr „wie alle Sünder taufen, um die unendliche Barmherzigkeit Gottes zu offenbaren". Das Sakrament der Taufe führt alle Menschen in die Kirche ein, erinnerte der Papst: „Widmen wir diesen Tag also der Erinnerung an das große Geschenk, das wir erhalten haben, und engagieren wir uns, es freudig und konsequent zu bezeugen. Gerade heute habe ich einige Neugeborene getauft, die unsere neuen Brüder und Schwestern im Glauben geworden sind: Wie schön ist es, als eine einzige Familie die Liebe Gottes zu feiern, der uns beim Namen ruft und uns vom Bösen befreit! Das erste der Sakramente ist ein heiliges Zeichen, das uns für immer begleitet. In den dunklen Stunden ist die Taufe ein Licht; in den Konflikten des Lebens ist sie die Versöhnung; in der Stunde des Todes ist sie die Tür zum Himmel."
Kindstaufe durch Papst hat Tradition
Zuvor hatte Papst Leo in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan 20 Kinder getauft und sie damit in die katholische Kirche aufgenommen. Die Kindstaufe am Fest der Taufe des Herrn durch den Papst hat Tradition. Johannes Paul II. (1978-2005) hatte die Zeremonie am Fest der Taufe des Herrn, die anfangs im Petersdom, in der Benediktionsaula oder in der päpstlichen Privatkapelle stattfand, 1983 in die berühmte Kapelle mit den Fresken Michelangelos verlegt. Papst Benedikt XVI. (2005-2013) nahm die in den letzten Krankheitsjahren von Johannes Paul II. unterbrochene Tradition wieder auf und auch sein Nachfolger Papst Franziskus führte sie fort. Für Papst Leo XIV. war es diesen Sonntag die erste Taufe zu diesem Fest.
Erst seit 1960 gibt es übrigens ein eigenes Fest der Taufe des Herrn. Bis dahin war das Fest der „Taufe des Herrn“ am Sonntag davor, zu Epiphanie. Die orthodoxen Kirchen feiern heute noch am 6. Januar (nach ihrem Kalender) das Fest Theophanie und gedenken damit auch der Taufe Jesu.
(vatican news - sst)
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