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Papst empfängt „Neokatechumenalen Weg“

Papst Leo XIV. ruft den „Neokatechumenalen Weg“ dazu auf, eng mit Bistümern und Pfarreien zusammenzuarbeiten und sich seelsorglich einzufügen, statt sich abseits zu halten.

Stefan v. Kempis – Vatikanstadt

„Als Hüter der Einheit im Heiligen Geist ermahne ich euch, eure Spiritualität zu leben, ohne euch jemals vom Rest des kirchlichen Leibes zu trennen, als lebendiger Teil der gewöhnlichen Seelsorge der Pfarreien und ihrer verschiedenen Realitäten, in voller Gemeinschaft mit den Geschwistern und insbesondere mit den Priestern und Bischöfen.“ Das sagte der Papst zu Vertretern der Bewegung bei einer Audienz im Vatikan an diesem Montag.

„Eure Mission ist besonders, aber nicht exklusiv; euer Charisma ist spezifisch, aber es trägt seine Früchte in Gemeinschaft mit den anderen Gaben im Leben der Kirche. Ihr tut viel Gutes, aber euer Ziel muss es bleiben, den Menschen Christus näherzubringen, wobei ihr stets den Lebensweg und das Gewissen jedes Einzelnen respektiert… Geht mit Freude und Demut voran, ohne euch zu verschließen, als Baumeister und Zeugen der Gemeinschaft.“

  (@Vatican Media)

„Eure Mission ist besonders, aber nicht exklusiv“


Der „Neokatechumenale Weg“ entstand nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Er will das urchristliche „Katechumenat“ wiederbeleben, also die stufenweise, geistliche Hinführung von Menschen zur Taufe. Außerdem geht er auf Menschen zu, die der Kirche fernstehen. Neokatechumenale Gemeinschaften sind heute mit 1,5 Millionen Mitgliedern in 134 Ländern auf allen Kontinenten vertreteten; die Gemeinschaft unterhält auch mehr als 120 eigene Priesterseminare.

Bei der Audienz an diesem Montag sparte Papst Leo nicht mit Lob für seine Besucher. „Dass alle Menschen Christus kennenlernen: Dieser Wunsch hat immer das Leben des ‚Neokatechumenalen Wegs‘ inspiriert, sein Charisma, die Werke der Evangelisierung und Katechesen. Das ist ein wertvoller Beitrag zum Leben der Kirche… Ihr habt in diesem Geist das Feuer des Evangeliums dort neu entzündet, wo es zu erlöschen drohte, und habt viele Personen und christliche Gemeinschaften begleitet, um in ihnen wieder die Freude des Glaubens zu wecken…“

Papst Leo empfängt den Neokatechumenalen Weg - Ein Bericht von Radio Vatikan
  (@Vatican Media)


„Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“

Speziell würdigte Leo XIV. das Interesse seiner Gäste an einer „Wiederentdeckung“ der Taufe. Das machte er zum Ausgangspunkt seines Aufrufs zur Einheit.

„Dieses Sakrament verbindet uns, wie wir wissen, mit Christus und macht uns zu lebendigen Gliedern seines Leibes, zu seinem einzigen Volk, zu seiner einzigen Familie. Wir müssen uns immer daran erinnern, dass wir Kirche sind und dass der Heilige Geist jedem eine besondere Gabe schenkt, ‚damit sie anderen nützt‘, wie uns der Apostel Paulus mahnt (1 Kor 12,7)... Die Charismen müssen immer in den Dienst des Reiches Gottes und der einen Kirche Christi gestellt werden. In ihr ist keine Gabe Gottes wichtiger als andere, … und kein Dienst darf zum Grund werden, sich besser als die Geschwister zu fühlen und diejenigen auszuschließen, die anders denken.“

Einigermaßen deutlich insistierte Papst Leo auf einem anderen Wort des Apostels Paulus: „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (2 Kor 3,17). „Deshalb müssen die Verkündigung des Evangeliums, die Katechese und die verschiedenen Formen der Seelsorge stets frei von Zwang, Strenge und Moralismus sein, damit sie nicht Schuldgefühle und Ängste hervorrufen, anstatt innere Befreiung zu bewirken.“

(vatican news)
 

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19. Januar 2026, 12:46