Leo bei Generalaudienz: Schrift und Tradition gehen zusammen
Ausgangspunkt seiner Katechese bildeten zwei biblische Szenen. Im Abendmahlssaal verspreche Jesus den Jüngern den Heiligen Geist, der sie lehren und an seine Worte erinnern werde. Zugleich sichere Christus zu, der Geist der Wahrheit werde sie „in die ganze Wahrheit führen“. Die zweite Szene spiele in Galiläa, wo der auferstandene Jesus den Jüngern den Auftrag erteile, alle Völker zu Jüngern zu machen und sie zu lehren, alles zu befolgen, was er geboten habe. In beiden Fällen werde deutlich, wie das Wort Christi weitergegeben werde, so Leo XIV.
Offenbarung kann nicht auf einzigen Text reduziert werden
Das Zweite Vatikanische Konzil fasse diesen Zusammenhang prägnant zusammen. Wie der Papst erinnerte, halte Dei Verbum fest: „Die Heilige Schrift und die Heilige Tradition sind eng miteinander verbunden und stehen in gegenseitiger Beziehung. Da beide aus derselben göttlichen Quelle stammen, bilden sie in gewisser Weise eine Einheit und streben dasselbe Ziel an.“ Damit mache das Konzil deutlich, dass Offenbarung nicht auf einen einzelnen Text reduziert werden könne.
Die kirchliche Tradition entwickle sich im Lauf der Geschichte durch die Kirche, die das Wort Gottes bewahre, auslege und lebe. Der Katechismus der Katholischen Kirche greife in diesem Zusammenhang ein Wort der Kirchenväter auf: „Die Heilige Schrift ist eher im Herzen der Kirche geschrieben als in materiellen Instrumenten.“ Tradition sei daher kein statisches Weiterreichen, sondern ein lebendiger Vorgang.
Tradition wird lebendig fortgeschrieben
Ein Leitstern
(vatican news – gs)
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