Angelus: Gott braucht keine Spezialeffekte
Leo hob neben der Wachsamkeit noch eine weitere Qualität des Täufers hervor. Johannes habe in Jesus den Erlöser erkannt, dessen Gottheit verkündet und sei danach, als seine Aufgabe erfüllt war, beiseite getreten, um ihm Platz zu machen. „Wie wichtig ist sein Zeugnis für uns heute! Tatsächlich wird der Anerkennung, der Zustimmung, der Sichtbarkeit oft eine übermäßige Bedeutung beigemessen“, erklärte der Papst. Das habe keine guten Folgen. Zu viel öffentliche Anerkennung eines Einzelnen könne die Ideen und das Verhalten von Menschen beeinflussen, Spaltung verursachen und zu „kurzlebigen, enttäuschenden und einengenden Lebens- und Beziehungsstilen“ führen.
Solchen „Glücks-Ersatz“ brauche der Mensch in Wahrheit nicht, sagte Leo. Nicht Erfolg und Ruhm führten zu Glück, sondern das Wissen, von Gott „geliebt und gewollt“ zu sein.
„Verschwenden wir keine Zeit und Energie damit, dem nachzujagen, was nur Schein ist“, so der Papst beim Mittagsgebet. Von Johannes lasse sich lernen, „die einfachen Dinge und aufrichtigen Worte zu schätzen“ und tiefgründig zu leben. Leo regte in diesem Zug an, jeden Tag kurz „in die Wüste zu gehen“, also einen Moment für Gebet, Innehalten und Nachdenken zu reservieren.
(vatican news – gs)
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