Papst zurück im Vatikan - kurzer öffentlicher Auftritt und Dank
Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt
Gut 3.000 Menschen hatten sich bei der Gemelli-Klinik versammelt, um Papst Franziskus zu sehen. Mit Bannern, Blumen und „Papa-Francesco"-Rufen warteten sie auf das katholische Kirchenoberhaupt. Dann war es so weit. Der 88-Jährige wurde im Rollstuhl auf einen Balkon geschoben und winkte unter großem Applaus. Als er die Menge sah, kam ein Lächeln auf sein Gesicht; Franziskus machte zudem mit der rechten Hand eine Daumen-Hoch-Geste.
„Danke euch allen!“, rief der Papst mit schwacher Stimme. Eine derartige ernste Lungenentzündung wie Franziskus sie gehabt habe, die die Lunge deutlich beschädige, greife auch die Stimme an, unterstrichen die Mediziner am Samstagabend. Es sei also normal und mit dem Genesungsprozess im Einklang, wenn Franziskus noch sehr rau klinge. In der Menge sah Franziskus eine Frau mit einem Blumenstauß: „Und ich sehe diese Dame mit den gelben Blumen! Das ist sehr nett und gut“, so der Papst.
Lungenentzündung überwunden - Behandlung nun im Vatikan möglich
Das katholische Kirchenoberhaupt war am 14.2.2025 mit einer Bronchitis in die Klinik gekommen; später wurde eine beidseitige Lungenentzündung diagnostiziert. Während seines Krankenhausaufenthaltes sei der Papst zweimal in akuter Lebensgefahr gewesen, doch nun sei die ernste beidseitige Lungenentzündung geheilt, während er nach wie vor wegen einiger verbliebener Keime medikamentös behandelt werden müsse. Covid habe er zu keinem Zeitpunkt gehabt, ebenso sei er niemals intubiert worden, präzisierten die Ärzte bei einer Pressekonferenz am Samstagabend.
Im Text zum Angelus, den der Vatikan diesen Sonntag verbreiten ließ, ging das katholische Kirchenoberhaupt auch auf seine Zeit in der Klinik ein: „In der langen Zeit meines Krankenhausaufenthalts habe ich die Geduld des Herrn erfahren dürfen, die sich auch in der unermüdlichen Fürsorge der Ärzte und des Pflegepersonals sowie in der Aufmerksamkeit und Hoffnung der Angehörigen der Kranken widerspiegelt. Diese vertrauensvolle Geduld, die in der Liebe Gottes verankert ist, die niemals nachlässt, ist für unser Leben wirklich notwendig – vor allem, um die schwierigsten und schmerzhaftesten Situationen bewältigen zu können."
Freue mich so, dass man den Papst sehen kann
In der Menschenmenge, die Papst Franziskus bei seinem kurzen öffentlichen Auftritt auf dem Balkon der Gemelli-Klinik sehen wollte, war auch Karen aus Deutschland. Sie sagte uns, dass sie gekommen war,: „weil ich mich so freue, dass man den Papst sehen kann und dass er die schwere Lungenentzündung überlebt hat. Wie ein Wunder. Die Welt braucht den Papst dringend noch, weil er seit vielen Jahren immer sagt: ,Niemals Krieg. Niemals Waffenlieferungen - solo Pace - nur Frieden für die Welt, keine Kriege in der Welt."
Zwischenstopp bei S. Maria Maggiore - Rückkehr in den Vatikan*
Bevor Franziskus sich am Balkon der Klinik gezeigt hatte, hatte er sich vom Klinikpersonal verabschiedet. Als er nachmittags im Auto zurück in seine Residenz in der Casa S. Marta zurückkehrte, machte Franziskus noch einen Stopp bei S.Maria Maggiore. Er überreichte dort Kardinal Rolandas Makrickas einen Blumenstrauß - jenen von der Gläubigen beim gemelli-Klinikum, den der Papst erwähnte - der vor der Marienikone Salus Populi Romani abgelegt werden sollte. Im Vatikan muss das katholische Kirchenoberhaupt nun noch für mehrere Wochen medikamentös behandelt werden; auch die physiotherapeutischen Behandlungen würden weitergeführt, erläuterte Chirurg Sergio Alfieri, der das Ärzteteam koordiniert, welches den Papst während seines Krankenhausaufenthaltes betreut hatte und Luigi Carbone, der Vizerektor des vatikanischen Gesundheitsdienstes, der den Papst auch weiterhin „häuslich“ behandeln wird, am Samstagabend bei einem Pressebriefing in der Gemelli-Klinik.
Rosenkranz am Sonntag vom Petersplatz als Dank für Rückkehr
(vatican news - sst)
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