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Kinder begehen den Hiroshima-Gedenktag in Bangalore Kinder begehen den Hiroshima-Gedenktag in Bangalore   (ANSA)

D: Bischof Kohlgraf fordert Neuausrichtung in der Debatte um Aufrüstung

Anlässlich des 81. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki hat sich der Mainzer Bischof und Präsident der Friedensbewegung Pax Christi Deutschland, Peter Kohlgraf, im Interview mit Radio Horeb zur globalen Friedens- und Sicherheitspolitik geäußert. Vor dem Hintergrund wiederzunehmender Spannungen und Aufrüstungsdynamiken ordnete er die Rolle von Kirche, Politik und Gesellschaft in aktuellen Konflikten ein.

Bischof Kohlgraf bezeichnete die historischen Abwürfe als menschliche Katastrophe und wies auf die Verrohung hin, die durch Krieg und Gewalt begünstigt werde. Die nachfolgende Phase des Wettrüstens zeige, dass das Streben nach Waffenbesitz eine Eigendynamik erzeuge, die bis in die Gegenwart nachwirke. Angesichts der Vergabe des Friedensnobelpreises 2024 an eine japanische Organisation von Überlebenden hob er die Notwendigkeit hervor, die Betroffenen nuklearer Gewalt in den Mittelpunkt der Debatten zu rücken.

Auf die Frage nach der Realisierbarkeit nuklearer Abrüstung betonte der Bischof den spezifischen Auftrag kirchlicher Vertreter. Aufgabe der Kirche sei es nicht, tagespolitische Realpolitik zu betreiben, sondern Alternativen zur rein angstgetriebenen Abschreckungslogik aufzuzeigen. Sowohl Papst Leo als auch frühere kirchliche Lehren und Enzykliken wiesen darauf hin, dass Vertrauen, Diplomatie und internationale Verträge als Fundamente des Friedens gestärkt werden müssten, anstatt Verhandlungen als wirkungslos darzustellen.

Hinsichtlich der politischen Handlungsfähigkeit der Kirche verwies Kohlgraf auf den Charakter der Gemeinschaft als weltweites Netzwerk. Auch ohne direkte politische Machtmittel könnten moralische Appelle und Dialogkanäle zu Entscheidungsträgern Debatten anstoßen. Bezüglich aktueller Konflikte wie dem Krieg in der Ukraine bestätigte er das ethische Recht auf Selbstverteidigung, betonte jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit, die Verhältnismäßigkeit der Mittel zu wahren und den Blick für weitere weltweite Konfliktherde nicht zu verlieren.

(radio horeb - mg)

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08. August 2026, 10:56