Unser Sonntag: Das Testament Jesu
Prof. Dr. Obiora Ik - Enugu, Nigeria
Mt. 11, 25-30
Das Evangelium des Matthäus in Kapitel elf, 25 bis 30, das wir gerade gehört haben, ist ein persönliches Testament Jesu. Seine Beziehung zum Vater.
Im Vers 25 beginnt er ganz einfach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das den Weisen, den Klugen, verborgen hast, diesen kleinsten Menschen aber offenbart hast.
Jesus, seine Beziehung zum Vater, seine „Ich – Du“ Beziehung - seine innige Beziehung ist ein Ausdruck seiner Authentizität. Er spricht zu Gott, spricht Gott an, spricht den Vater an, als ob er sich selbst damit verbunden fühlt. Für uns alle ist das auch eine Lehre, dass wir eine Beziehung mit unserem himmlischen Vater haben.
Denn Jesus hat gesagt: Wie ich es gemacht habe - so tut es auch. So nennt er Gott "Vater". Er hat eine persönliche Begegnung – Beziehung mit dem Vater. Auch die Worte, die er selbst nutzt, zeigen das. Gott wartet und will, dass wir zu ihm kommen, dass wir zu ihm beten. Und er preist Gott nicht für sich selbst, sondern er preist Gott für die Verborgenen, die Ärmsten, die Kleinen, die Waisen. All das, was man den Klugen verborgen hat.
Jesus sagt: Gott hat es den kleinsten Menschen offenbart.
Ein zweiter Teil dieses Evangeliums ist der Anspruch wieder mit einer Beziehung: Alles habe ich vom Vater. Niemand kennt den Sohn, nur der Vater. Niemand kennt den Vater nur der Sohn. Und er bleibt nicht dort stehen. Es geht um Menschen, denen der Sohn das offenbart hat. Jesus hinterlässt uns eine Einladung, indirekt, auch eigentlich direkt, eine Einladung: Kommt zu mir! Ihr seid beladen! Ihr seid müde: Kommt zu mir!
Ich nehme euch zu Gott. Ich nehme euch und dann werden auch die einfachsten Probleme erledigt.
Der Vater möchte uns unsere Sorgen abnehmen
Ich werde euch so viel offenbaren lassen. Diese Einladung Jesu, einmal beginnend mit seiner Beziehung zum Vater und dann auch noch, dass er das expandiert, dass er andere Menschen einschließt - besonders die, die ihn hören: Das ist eine sehr inniges Begegnungs-Testament. Gott wartet und ist bei uns anwesend, wenn wir die Tür aufmachen. Der Vater möchte uns ergänzen, möchte uns komplementieren, vervollständigen, der Vater möchte uns unsere Sorgen abnehmen: Nur wir müssen Glauben dafür haben.
Ein dritter Teil des Evangeliums ist die Einladung Jesu Joch anzunehmen. „Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir.“
Denn alle haben Probleme. Menschen auf Erden haben Probleme: seelische Probleme, geistige Probleme, physische Probleme, psychische Probleme, finanzielle Probleme, allerlei. Der Mensch auf Erden ist auf einer Pilgerschaft und Pilgern mangelt manches: Entweder ein gutes Bett oder ein Ort, wo man sitzt, oder Wasser oder Essen. Und weil wir unterwegs sind, sagt Jesus zu diesen pilgernden Menschen dieser pilgernden Kirche: Ich will euch erquicken. Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid.
Bei dieser Begegnung, am Anfang, geht es auch um eine Einladung zu unserer Müdigkeit. Dass wir nicht einfach sagen – wie manche: Ich bringe mich um. Oder: Ich habe niemanden, dem ich das erzählen kann. Einige sagen, die Kirche brauche ich nicht mehr - Ich bin enttäuscht von allem.
Einige verfallen in Depression. Einige Menschen sagen: Wozu das Ganze, wenn ich sowieso sterben muss? Einige sagen: Bleibe auf Erden und es ist das Schlimmste, was überhaupt sein kann.
Jesus weiß das.
Aber er sagt uns: Kommt zu mir, ich werde euch erquicken, Ich werde euch befreien.
Seine befreiende Botschaft: Eine befreiende Botschaft, wenn man sagt Ich nehme euer Joch auf mich, denn ich bin gütig, und ich bin herzlich, ich bin demütig.
Das Bild Jesu, was ich Authentizität genannt habe, der gottgewordene Mensch, ist ein bestes Beispiel, dass wir als Menschen auch so an Gott denken.
Wie Eberhard Jünger, der deutsche Theologe schreibt. Gotteseinheit. Mit der Vergänglichkeit ist Grund der Dankbarkeit Gottes.
Gott hat sich in die Vergänglichkeit eingemischt und Inkarnation eingemischt.
Gott ist Mensch geworden, um den Weg des Menschen zu gehen.
Gott nimmt teil an der menschlichen Geschichte
Gott ist ein Gott der Geschichte. Und die Geschichte ist das, was Menschen machen. Gott nimmt teil an der menschlichen Geschichte. Wir werden Gott sogar mit Datum, mit Ort, mit Aussagen bezeichnen. Und weil Jesus das tut, hat er auch den Menschen besser gekannt oder sehr gut gekannt und die Menschen eingeladen, seinen Weg zu gehen.
Ich werde euer Joch auf mich nehmen.
Ich werde euch beruhigen.
Ich werde euch erquicken. Diese Einladung, Gott in Person zu begegnen.
Jesus als Beispiel zu nehmen und unsere Mühsal unsere Problemen auf dem Fuß Gottes zu lassen. Dass wir nicht jeden Tag sagen Es geht nicht mehr, ich bin am Ende. Und das ist das Problem der modernen Gesellschaft. Stress. Menschen sind schnell am Ende.
Wir brauchen dieses Evangelium
Das Evangelium von Matthäus im Kapitel elf ist das, was die Menschen in dieser Zeit brauchen. Mein Joch ist sanft, meine Last ist leicht. Ich bin gütig und vom Herzen demütig. Was für ein Beispiel brauchen wir noch?
Jesus ist das Beispiel. Mögen alle, die dieses Evangelium hören, den Mut haben für das Gebet des Glaubens.
Gott schenke mir einen Glauben.
Gott mache meinen Glauben stark.
Wenn wir glauben, dass wir auch nur durch sein Wort erfüllt werden in unserem Leben.
Das ist mein Gebet für uns alle durch Christus, unseren Herrn.
Amen.
(Radio Vatikan - Redaktion Claudia Kaminski)
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