Perspektivenwechsel im Hörsaal: Rabbiner lehrt an katholischer Fakultät
Gegenüber der katholischen Wochenzeitung „Paulinus“ betonte Ahrens die gesellschaftliche Relevanz dieses Austauschs:
„Ich glaube, es ist für jede Religion, egal für welche, sinnvoll, dass wir im Austausch, im Dialog sind, respektvoll miteinander umgehen und dass wir Gesellschaft mitgestalten.“
Durch seine Lehre möchte der Rabbiner den Studierenden andere Sichtweisen vermitteln. Diese sollen das erworbene Wissen später im Berufsleben als Multiplikatoren weitergeben. Dabei plädiert Ahrens für einen Dialog, der theologische Differenzen nicht verschweigt, sondern die unterschiedlichen Perspektiven hervorhebt. Eine künstliche Gleichmacherei lehnt er ab:
„Natürlich gibt es tiefgreifende theologische Unterschiede zwischen Judentum und Christentum, die man nicht aufheben kann: Christologie, Trinität - da werden wir uns nicht einig. Müssen wir aber auch gar nicht.“
Als Verständnis dienen
Das Judentum könne den christlichen Studierenden als Verständnishilfe dienen, um die eigenen historischen Ursprünge zu begreifen. Umgekehrt habe das Christentum im Laufe der Jahrhunderte auch das Judentum geprägt.
Im kommenden Wintersemester 2026/27 wird Ahrens sein erstes Seminar an der Fakultät halten. Die Lehrveranstaltung widmet sich jüdischen Sichtweisen auf das Christentum und den Islam. Der Rabbiner verweist hierbei auf die theologische Auseinandersetzung des Judentums mit den Mehrheitsreligionen der jeweiligen Länder, in denen jüdische Gemeinden lebten:
„In den vergangenen 1.000 Jahren haben sich Juden in verschiedenen Ländern etabliert. Da ist es natürlich logisch, dass sie sich mit der Frage beschäftigt haben, wie man auf die dort ansässigen Religionen blicken kann. Da gibt es viele spannende Ansätze.“
(paulinus - mg)
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