D: Erfurter Pfarrer warnt vor AfD als Gefahr für die Kirchen
Aus sozialethischer Sicht könne die AfD zu einer Gefahr für die kirchlichen Institutionen werden, weshalb Neudert die Gläubigen zu einer genaueren Prüfung ihrer Wahlentscheidung auffordert. Katholikinnen und Katholiken müssten sich fragen, ob sie eine solche Stimmabgabe verantworten könnten.
Die Reaktionen in der Stadt zeigten sich im Vorfeld und während der Veranstaltungen vielschichtig. Die katholische Kirche setzte gemeinsam mit der evangelischen Kirche durch ein Fest der Demokratie und einen ökumenischen Open-Air-Gottesdienst ein Zeichen. Laut Neudert gehe es den Demonstrierenden darum, die freiheitliche Demokratie sowie eine offene Gesellschaft zu bewahren, die durch eine aktive Zivilgesellschaft getragen werde. Die gegenwärtigen Möglichkeiten der Demokratie würden sowohl von der Kirche als auch von anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen genutzt, wobei viele Akteure die Wahrung dieser gesellschaftlichen Vielfalt gefährdet sähen.
Der Pfarrer hob die Organisation des ökumenischen Gottesdienstes hervor, die maßgeblich durch evangelische Christinnen und Christen gestaltet wurde, und berichtete von einer positiven Resonanz unter den Teilnehmenden. Die Stadt selbst präsentierte sich abseits der Kundgebungen zunächst ruhig, geprägt durch eine sichtbare Polizeipräsenz aus anderen Bundesländern. Das Bistum Erfurt, in dem sich die Ereignisse abspielen, umfasst rund 127.000 Katholiken, was etwa sechs Prozent der thüringischen Bevölkerung entspricht, wobei das Eichsfeld im Nordwesten die traditionelle Kernregion des Bistums darstellt.
(domradio - mg)
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