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Schweiz: Glaubensfest am Verkehrsknotenpunkt Zürich

Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem breit gefächerten Informationsangebot hat das Bistum Chur am Sonntag sein Bistumsjahr beendet. Als Veranstaltungsort diente die Halle des Hauptbahnhofs Zürich, die sich bereits vor dem Beginn der Liturgie um 10.30 Uhr mit zahlreichen Menschen füllte. Nach Schätzungen der Verantwortlichen nahmen rund 5.000 Personen an dem Bistumstag teil.



Mario Galgano - Vatikanstadt

Unter den Gästen des Kirchenfestes befanden sich auch politische Vertreter, darunter die beiden Zürcher Regierungsrätinnen Silvia Steiner und Natalie Rickli sowie Nationalrat Philipp Kutter. Zudem gestalteten rund 140 Ministrantinnen und Ministranten den Gottesdienst mit.

Bischof Joseph Maria Bonnemain begründete die bewusste Wahl des unkonventionellen Veranstaltungsortes mit dem pastoralen Auftrag der Kirche. Es sei ein zentrales Anliegen, nicht darauf zu warten, dass die Menschen zu kirchlichen Veranstaltungen kämen, sondern aktiv die Orte aufzusuchen, an denen sich die Menschen im Alltag aufhalten, um dort am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Flankiert wurde der Gottesdienst von 30 Informationsständen, die einen Überblick über die Tätigkeiten und sozialen Angebote der Diözese gaben.

Gegenwärtige Situation von Kirche und Gesellschaft

In seiner Predigt schlug der Bischof den Bogen von der biblischen Metapher des Hochzeitsmahls zur gegenwärtigen Situation von Kirche und Gesellschaft. Er betonte, dass die christliche Botschaft als Einladung an alle Menschen zu verstehen sei, auch wenn Eigeninteressen in der heutigen Zeit das Mittragen von Gemeinschaft und Kirche oft in den Hintergrund drängen würden. Angesichts dessen forderte Bonnemain eine Neuausrichtung des kirchlichen Lebens im Bistum: Die Kirche der Gegenwart und der Zukunft müsse dynamisch, kreativ, wagemutig und unkompliziert sein sowie frei von belastenden, starren Strukturen agieren.

Ein besonderer Schwerpunkt müsse dabei auf der Zuwendung zu den Schwachen und Marginalisierten liegen. Der Bischof rief dazu auf, die Entwicklung hin zu einer diakonischen Kirche konsequent fortzusetzen. Dieses Prinzip des geschwisterlichen Miteinanders und des gegenseitigen Respekts gelte es im Alltag zu verankern – in Familien und Partnerschaften ebenso wie am Arbeitsplatz, in Schulen oder auf den Feldern von Politik, Sport und Wirtschaft, um Ausgrenzung und Mobbing entgegenzuwirken.

Unter Bezugnahme auf das alttestamentliche Ideal des Königs Salomo plädierte Bonnemain für ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Mitmenschen sowie für Empathie und Feinfühligkeit. In einer von Spaltungen, Diskriminierung und Kriegen geprägten Zeit sei die Förderung von Frieden und Eintracht die dringlichste Aufgabe. In diesem Zusammenhang verwies der Bischof auch auf die jüngste Enzyklika von Papst Leo XIV. und bekräftigte, dass insbesondere die Künstliche Intelligenz sowie jegliche Form der Kommunikation im Dienst des Friedens stehen und gewaltfrei gestaltet sein müssten.

(pm)

 

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01. Juni 2026, 14:40