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Schweiz: Bischofskonferenz besucht Asylunterkunft

Die Migrations- und Asylpolitik bleibt ein zentraler Streitpunkt in der politischen Landschaft der Schweiz, wobei die Debatten im Parlament und in der Öffentlichkeit regelmäßig von Fragen der Kontingentierung, der Verfahrensdauer und des Vollzugs geprägt sind. Vor diesem Hintergrund hat die Schweizer Bischofskonferenz am Dienstag ein Signal gesetzt.

 

Mario Galgano - Vatikanstadt

Zum Auftakt ihrer 352. Ordentlichen Versammlung in Einsiedeln besetzten die Mitglieder der Bischofskonferenz in Begleitung von Regierungsrätin Petra Steimen-Rickenbacher das kantonale Durchgangszentrum Nuolen im Kanton Schwyz. Der gemeinsame Auftritt von Kirchenvertretern und der staatlichen Ebene sollte die gesellschaftliche Verantwortung in der Migrationsfrage hervorheben.

Die Einrichtung in Nuolen, die im ehemaligen Patres-Haus untergebracht ist und seit Februar 2025 existiert, dient als vorübergehende Unterkunft für geflüchtete Personen. Die Betreuung wird im Auftrag des Kantons durch ein Dienstleistungsunternehmen organisiert. Derzeit leben in dem Zentrum bis zu 35 Personen, bei denen es sich mehrheitlich um Familien mit Kindern sowie alleinstehende Frauen handelt. Der Besuch der Bischöfe war als Geste der Zuwendung für Menschen gedacht, die nach Fluchterfahrungen Schutz suchen.

Häufig in der Diskussion

In der schweizerischen Asylpraxis steht die Unterbringung von Geflüchteten häufig in der Diskussion, insbesondere bezüglich der Standards und der Integration vor Ort. Das Zentrum in Nuolen verfolgt ein Konzept, das eine dauerhafte Begleitung mit Strukturierungs- und Integrationsmaßnahmen verbindet. Die Bewohner nehmen an Sprachkursen teil und organisieren ihren Alltag innerhalb vorgegebener Strukturen eigenständig, um Stabilität zu gewinnen und auf ein späteres Leben in den Gemeinden vorbereitet zu werden. Die beteiligten Akteure betonten, dass Migration den Staat vor administrative Aufgaben stelle, gleichzeitig aber die Gelegenheit biete, Grundwerte wie Würde und Zusammenhalt praktisch umzusetzen.

Die Bischofskonferenz drückte ihre Haltung durch die Teilnahme am gemeinsamen Essen, in Gesprächen und im Gebet aus. Die Verantwortlichen erklärten, dass es darum gehe, Menschen in prekären Lebenslagen die nötige Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Der Termin in Nuolen sollte verdeutlichen, dass Kirche und Staat das gemeinsame Anliegen teilen, Schutzsuchende nicht ausschließlich ordnungspolitisch zu verwalten, sondern den Fokus auf den zwischenmenschlichen Respekt zu legen.

(pm/vatican news)

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02. Juni 2026, 11:02