Italiens Bischofskonferenz ruft zu Wahrung der Demokratie auf
Der 2. Juni wird in Italien alljährlich als Tag der Republik begangen. In einem Referendum am 2. und 3. Juni 1946 sprachen sich 54,3 Prozent der Bürger für die Republik als Staatsform aus; 45,7 Prozent stimmten für die Monarchie.
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Matteo Zuppi, schrieb: „Aufzubauen, als alles zerstört schien, zu suchen, was angesichts tiefer Spaltungen eint und trotz aller Schmerzen an die Zukunft zu glauben - das erforderte Mut und Zuversicht. Die Republik entstand, indem Leiden durchlebt, die Freiheit zurückgewonnen und jegliche Form des Faschismus zurückgewiesen wurde.“
Kardinal erinnert an Italiens Defizite
Zur Rolle der Kirche im demokratischen Italien erklärte Zuppi: „Die Kirche wollte immer mit dem Staat zusammenarbeiten und dabei die Religions- und Gewissensfreiheit respektieren und Menschenwürde, Solidarität und Gemeinwohl fördern - im Einklang mit den Grundwerten der Republik.“
Kardinal Zuppi erinnerte aber auch an gegenwärtige Probleme, konkret wachsende Armut, Geburtenrückgang, soziale Ungleichheit, verbale Gewalt und „die Versuchung, sich nur noch um sich selbst zu kümmern“. Dringend nötig seien Erziehung zum Frieden und Bewahrung der Demokratie, so der Kardinal. Es gehe darum, kommenden Generationen eine „gerechtere, geeinte und geschwisterliche Republik“ weiterzugeben.
(kna - cs)
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