Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo zeigt nach Einschätzung des katholischen Hilfswerks Misereor eindrücklich, wie eng Gesundheitskrisen und bewaffnete Konflikte zusammenhängen. Besonders in den ostkongolesischen Provinzen Ituri, Nord- und Süd-Kivu breitet sich das Virus aus Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo zeigt nach Einschätzung des katholischen Hilfswerks Misereor eindrücklich, wie eng Gesundheitskrisen und bewaffnete Konflikte zusammenhängen. Besonders in den ostkongolesischen Provinzen Ituri, Nord- und Süd-Kivu breitet sich das Virus aus   (AFP or licensors)

Misereor: Deutsche Politik und EU sollten Einsatz im Kongo verstärken

Das katholische Hilfswerk Misereor hat Deutschland und die EU aufgerufen, ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss auf die kongolesische und ruandische Regierung zu nutzen, um die Gewalt im Ostkongo zu beenden und den Schutz der Zivilbevölkerung zu gewährleisten. Misereor-Partnerorganisationen im Kongo berichten, dass anhaltende Kämpfe und die Präsenz zahlreicher Milizen die Eindämmung des Ebola-Virus erheblich erschweren.

„Ebola ist nicht nur eine enorme medizinische Herausforderung – seine Ausbreitung wird auch durch den gewaltsamen Konflikt im Land begünstigt", erklärt Astrid Meyer, Regionalreferentin für den Kongo bei Misereor. „Angst, Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und fehlender sicherer Zugang für medizinisches Personal in die Region untergraben Maßnahmen in der Bekämpfung der Epidemie." Deutschland hat bereits auf die Rolle Ruandas im Konflikt reagiert und Entwicklungszusammenarbeit überprüft bzw. neue Mittel ausgesetzt. „Das ist ein wichtiger Schritt - aber er reicht nicht aus", betont Meyer in einer Pressemitteilung des Hilfswerks vom Mittwoch (3.6.2026). Der aktuelle Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo zeigt nach Einschätzung des katholischen Hilfswerks Misereor eindrücklich, wie eng Gesundheitskrisen und bewaffnete Konflikte zusammenhängen. Besonders in den ostkongolesischen Provinzen Ituri, Nord- und Süd-Kivu breitet sich das Virus aus. 

„Ohne Fortschritte bei der Befriedung der Region bleiben gesundheitliche Maßnahmen nur begrenzt wirksam“

Misereor fordert, kurzfristig allen betroffenen Regionen den Zugang zu humanitärer Hilfe zu ermöglichen. Darüber hinaus sollten lokale Gesundheitsstrukturen und Partnerorganisationen deutlich mehr unterstützt werden. Um eine nachhaltige Lösung herbeizuführen, müssten zudem diplomatische Initiativen zur Beendigung des Konflikts mit konsequentem politischen Druck auf alle Konfliktakteure verknüpft werden. In diesem Zusammenhang sollte die ökumenische Initiative („Pacte Social"), die einen inklusiven Dialog für Frieden und Versöhnung im Kongo und in der Region der Großen Seen fördert, gestärkt werden. „Ohne Fortschritte bei der Befriedung der Region bleiben gesundheitliche Maßnahmen nur begrenzt wirksam", betont Meyer.

Versorgungslücken in umkämpften Gebieten

Nach Berichten von Misereor-Partnerorganisationen im Kongo erschweren anhaltende Kämpfe und die Präsenz zahlreicher Milizen die Eindämmung des Virus erheblich. Hilfsteams können vielerorts nicht arbeiten, Kontaktverfolgung ist teilweise kaum möglich. Gleichzeitig kommt es immer wieder zu Angriffen auf Krankenhäuser und Behandlungszentren, Patienten fliehen aus Angst oder Misstrauen vor den Maßnahmen. 

„Es fehlt oft jeder Zugang zu medizinischer Basisversorgung“

In den Regionen, die unter kongolesischer Militärverwaltung stehen oder von der M23-Miliz kontrolliert werden, ist eine verlässliche medizinische Versorgung kaum gewährleistet. Die ohnehin defizitären staatlichen Gesundheitsstrukturen sind dort infolge der verstetigten Krise weitgehend zusammengebrochen oder nicht präsent. „Die Leidtragenden sind die Menschen vor Ort. Es fehlt oft jeder Zugang zu medizinischer Basisversorgung", so Misereor-Expertin Meyer. 

Die Misereor-Partnerorganisation BDOM Mahagi, ein Netzwerk aus 24 Gesundheitseinrichtungen – darunter fünf Krankenhäuser – verstärke aktuell ihre Maßnahmen zur Bekämpfung des Infektionsgeschehens. Gleichzeitig werde das Personal gezielt geschult, um Verdachtsfälle frühzeitig zu erkennen und professionell zu behandeln.

(pm - sst)

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03. Juni 2026, 12:57