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Bischof Wilmer bekräftigt umstrittenen Satz über Machtmissbrauch

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, hält an seiner umstrittenen Aussage fest, wonach der Missbrauch von Macht in der DNA der Kirche stecke. „Ich habe dafür viel Haue bekommen - auch international", sagte der bisherige Bischof von Hildesheim, der nach Münster wechselt, am Montag. „Ich stehe aber zu der Aussage", so Wilmer auf Journalistenfragen in Hildesheim.

Machtmissbrauch sei kein ausschließlich kirchliches Problem, erklärte Wilmer. „Missbrauch von Macht gibt es nicht nur in der Kirche, sondern in allen Systemen." Überall dort, wo Menschen in Gruppen, Verbänden oder Organisationen zusammenwirkten, bestehe die Gefahr, dass Macht missbraucht werde.

Wilmer verweist auf die Jünger Jesu

Zur Begründung verwies der Bischof auch auf die Bibel. „Wenn Sie das Neue Testament aufschlagen, da streiten sich schon die Jünger darum, wer vorne sitzt." Machtmissbrauch und Seilschaften seien deshalb eine „uralte Geschichte".

Wilmer hatte kurz nach seinem Amtsantritt 2018 in Hildesheim in einem Interview gesagt: „Ich glaube, der Missbrauch von Macht steckt in der DNA der Kirche." Um Machtmissbrauch zu begrenzen, brauche es Kontrolle und Gewaltenteilung. Die Formulierung stießt damals vor allem bei konservativen Bischöfen weltweit auf Kritik.

DBK-Vorsitzender setzt auf Aufarbeitung

Wilmer betonte nun, dass Institutionen stets wachsam gegenüber Machtmissbrauch sein müssten. Die Gefahr bestehe überall dort, wo Menschen Verantwortung ausübten. In Hildesheim hatte der Bischof die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt zu einem Schwerpunkt seiner Amtszeit erklärt. In dem norddeutschen Bistum mit knapp 500.000 Katholiken läuft derzeit eine weitere unabhängige Studie zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen.

Wilmer wechselt am 21. Juni als Bischof nach Münster. Im Februar wurde der Ordensmann von den Herz-Jesu-Priestern zudem zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.

(kna - cs)

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01. Juni 2026, 16:02