Wähle das Leben: Eine Ordensschwester trägt Hoffnung ins ländliche Simbabwe
von Sr. Christine Masivo CPS
Das Sketimpilo-Zentrum, das von den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut unter der Leitung von Sr. Felistar Dube CPS geführt wird, ist ein Ort erneuter Hoffnung. Sein Name bedeutet „Wähle das Leben“: ein Motto, das im Zentrum jeden Tag gelebt wird.
Das Zentrum wurde 1998 von der deutschen Schwester Ludbirga Schumacher CPS in den dunkelsten Tagen der Geschichte Simbabwes gegründet, als HIV und AIDS wüteten und Waisen, Kranke, Ausgestoßene und Ausgegrenzte zurückließen. Viele Menschen verloren die Hoffnung, und Stigmatisierung war stärker als Mitgefühl.
Ein Baumstumpf treibt wieder aus
Sr. Ludbirga erkannte die Notwendigkeit, die ausgegrenzten und schutzbedürftigen Kinder sowie die infizierten und betroffenen Erwachsenen zu unterstützen.
Sie brachte Gruppen zusammen und bildete ehrenamtliche Helfer aus der Gemeinde aus, organisierte Hausbesuche und begann, dort ein würdiges Leben zu ermöglichen, wo es verloren gegangen war. Sie machte es sich zur Aufgabe, den Kranken zu zeigen, dass ihr Leben trotz der Stigmatisierung und Ausgrenzung, der sie in der Gemeinschaft ausgesetzt waren, immer noch wertvoll ist.
So entstand neue Hoffnung, und ein trockener Baumstamm, aus dem neue Triebe sprossen, wurde zum Symbol des Projekts – ein Symbol dafür, dass Leben auch in der Gebrechlichkeit möglich ist. Heute, mehr als zwei Jahrzehnte später, führt Sr. Felistar diese Mission mit demselben Mut weiter.
Ein Zentrum für das Wachstum
Das Sketimpilo-Zentrum geht direkt zu den bedürftigen Familien nach Hause, anstatt Kinder aus ihren eigenen Gemeinschaften herauszulösen. Dank der Unterstützung von Spendern, insbesondere aus Deutschland und Spanien, übernimmt das Zentrum die Schulgebühren für fast 120 Kinder, bietet psychologische Betreuung an und sorgt dafür, dass sich kein Kind in seinem Leid allein gelassen fühlt.
Die Wirkung ist greifbar. Zwei vom Zentrum unterstützte Schüler studieren mittlerweile an der Universität –Sozialarbeit und Entwicklungsstudien – und kehren nun an den Ort zurück, der ihnen einst geholfen hat, um dort selbst tätig zu werden.
Fähigkeiten, die Gemeinschaften verändern
Die wichtigste Initiative des Zentrums ist das Ausbildungsprogramm für praktische Fertigkeiten. Jedes Jahr werden 60 junge Menschen in den Bereichen Nähen, Landwirtschaft, Elektrotechnik, Bauwesen und Bäckerei ausgebildet.
Sie bringen Veränderung in das Dorf. Diejenigen, die Bauwesen studieren, helfen beim Bau von Häusern für bedürftige Familien, während die Auszubildenden im Bereich Elektrotechnik Solaranlagen in ländlichen Schulen und Haushalten installieren.
Einige der Absolventen von Sketimpilo arbeiten für nationale Unternehmen, darunter die simbabwische Elektrizitätsbehörde, und bauen so eine Zukunft für sich selbst und ihre Gemeinschaften auf.
Glaube und Ausdauer
Eine solche Mission in einer wirtschaftlich benachteiligten Region zu leiten, ist nicht ohne Schwierigkeiten. Wasser ist knapp, und die Finanzierung stets ungewiss. Große Familien können sich mit der monatlichen Lebensmittelzuteilung, die das Zentrum bereitstellen kann, nur für kurze Zeit über Wasser halten.
Doch selbst inmitten dieser Herausforderungen sieht Sr. Felistar Gottes Wirken. „Es gibt Zeiten, in denen wir glauben, wir könnten nicht weitermachen: keine Gehälter, kein Geld, keine Lebensmittel zum Verteilen“, sagte sie. „Aber das Gebet hält uns aufrecht, das Vertrauen in Gott gibt uns Kraft.“
Ihre Überzeugung ist einfach und tief: Gott wird immer einen Weg für diejenigen bahnen, die sich für das Leben entscheiden.
Ein ruhiger Ort mit großer Wirkung
Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Simbabwe und geringerer Mittel von internationalen Spendern versuchen die Schwestern, die Menschen in der Region zur Selbsthilfe zu befähigen, indem sie Arbeitsplätze zur Selbstversorgung schaffen.
Zur Unterstützung ihrer humanitären Arbeit bietet Sketimpilo mehrere Gästezimmer, einen Konferenzsaal und einen kleinen Catering-Service an. Die Einnahmen aus diesen Einrichtungen decken die Gehälter der Mitarbeiter und sichern die Finanzierung der Mission.
Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen: Die Gebäude sind angemessen, aber alt; einige stammen noch aus den Anfängen des Zentrums im Jahr 1998 und müssten renoviert werden. In der Umgebung sind moderne Konkurrenzangebote entstanden, doch viele Menschen bevorzugen nach wie vor Sketimpilo wegen seiner Ruhe, seiner Mission und seiner Gastfreundschaft.
„Die Menschen wissen, dass dies ein Ort der Fürsorge ist“, erklärt Sr. Felistar, „und sie kommen, weil sie sich hier sicher fühlen.“
Immer mit einem Ziel vor Augen
Sr. Felistar ist derzeit die einzige Schwester, die ganztägig im Zentrum tätig ist. Ihre Gemeinschaft ist klein, doch ihre Entschlossenheit groß. Sie glaubt, dass sich Sketimpilo eines Tages zu einem Berufsbildungszentrum entwickeln kann – etwas, das die jungen Menschen in der Region dringend benötigen.
„Wir arbeiten gemeinsam als Schwestern und mit den Menschen, denen wir dienen; wir schenken das Gott“, sagt Sr. Felistar voller Dankbarkeit. „Ich danke den Familien, die wir unterstützen; ihr wisst selbst das Wenige, das wir euch geben, immer zu schätzen, eure Dankbarkeit gibt uns Kraft. Und ich danke unseren Spendern: Ohne euch könnten wir nicht existieren, mögt ihr reichlich gesegnet sein.“
Die Arbeit von Sketimpilo ist auf die Großzügigkeit ihrer Partner angewiesen, wie beispielsweise der Deutschen Freunde und Manus Unitas. Ihre Unterstützung hilft den Missionsschwestern, den Notleidenden weiterhin Leben, Bildung und Würde zu schenken.
#sistersproject
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