Suche

Nacht der Lichter von Taizé Nacht der Lichter von Taizé 

Schweiz: Wege der Versöhnung in Zeiten der Verunsicherung

Die Schweizer Stadt Baden steht im Zentrum eines historischen Gedenkens sowie einer gegenwärtigen Jugendbegegnung. Vor 500 Jahren fand dort die Badener Disputation statt, eine von politischer Seite angeordnete Debatte, die den historischen Konflikt zwischen den Konfessionen ordnen sollte.



Mario Galgano - Vatikanstadt

Damals amtierte die Stadt als Tagsatzungsort der Eidgenossenschaft, an dem theologische Auseinandersetzungen ausgetragen wurden. Heute dient das historische Ereignis als Anlass, um anstelle von Konfrontation den Dialog zu suchen. Zu diesem Zweck wurde die ökumenische Gemeinschaft von Taizé in die Schweiz eingeladen, um im Rahmen der Veranstaltung „Tag wie in Taizé“ ein Zeichen des Miteinanders zu setzen.

Claudio Tomassini, Pfarreiseelsorger von Baden und Mitglied des Organisationskomitees, verweist auf die Parallelen zur Gegenwart. Er betont die Notwendigkeit, sich in Phasen, in denen globale Dialoge zunehmend durch kriegerische Konflikte ersetzt werden, an friedliche Auseinandersetzungen zu erinnern. Die Gemeinschaft von Taizé praktiziere die Versöhnung zwischen christlichen Konfessionen, Sprachen und Kulturen. Die Einladung der Brüder erfolge mit der Absicht, Hoffnung und Frieden zu thematisieren.

Ikonen-Kreuz von Taizé in Baden
Ikonen-Kreuz von Taizé in Baden

Rolle der Jugend

Die Vorbereitungen für das Treffen an Pfingsten werden maßgeblich von Jugendlichen und jungen Erwachsenen getragen. Nach Angaben der Organisation übernehmen die Teilnehmenden Aufgaben wie die Suche nach Gastfamilien, den Aufbau von Zelten und Sitzbänken, die Anfertigung von Hinweisschildern für die Logistik sowie die Gestaltung von Gläsern für die Beleuchtung der Kirche. Tomassini berichtet zudem von einer spirituellen Vorbereitung: Seit Ostern finde wöchentlich ein Taizé-Gebet statt, das die Grundlage für den Zusammenhalt der Beteiligten bilde. Das Treffen verstehe sich als Gelegenheit für die beteiligten Kirchen, den Weg gemeinsam mit der jüngeren Generation zu beschreiten und deren Anliegen Gehör zu schenken.

Kernbotschaft für die Jugend in der Schweiz

Frère Matthew, Prior der Gemeinschaft von Taizé, äußert sich zu den Kernbotschaften für die Jugendlichen in der Schweiz. Er richtet den Appell an die junge Generation, trotz gesellschaftlicher Unsicherheiten für Menschlichkeit und Frieden einzutreten. „Meine Botschaft an die jungen Menschen in der Schweiz ist: Habt keine Angst, euch für Hoffnung, Frieden und Menschlichkeit einzusetzen“, erklärt der Prior. In einer von Instabilität geprägten Phase bedürfe es Menschen, die bereit seien zuzuhören und Brücken zu bauen. Schritte zum Frieden nähmen ihren Anfang im persönlichen Verhalten und im direkten Umgang miteinander.

Katholische Stadtkirche in Baden
Katholische Stadtkirche in Baden

Die aktuelle Lage der Jugend sei durch die Wahrnehmung globaler Krisen beeinflusst. Laut Frère Matthew erfahren viele junge Menschen infolge von Kriegen und unsicheren Zukunftsaussichten Gefühle der Verunsicherung und des Drucks. Gleichzeitig zeige sich ein deutliches Bedürfnis nach Gemeinschaft und Sinnstiftung. Jugendliche beabsichtigten nicht, eine rein passive Rolle einzunehmen, sondern strebten nach aktiver Mitgestaltung. Veranstaltungen dieser Art fungierten dabei als Räume für Begegnung, Gebet und gegenseitiges Zuhören, in denen Teilnehmende unterschiedlicher Herkunft und Sprache zusammenkommen.

Wunsch nach vertieften Begegnungen

Für das bevorstehende Treffen formuliert der Prior den Wunsch nach vertieften Begegnungen und Momenten der Hoffnung, die den Teilnehmenden Kraft für die Rückkehr in ihren Alltag geben. Seinen Dank richtet er an die involvierten Jugendlichen und Helfenden für deren Vorbereitungsarbeit.

Das Programm der Veranstaltung umfasst neben den Begegnungen auf dem zentralen Platz auch Bibeleinführungen durch die Brüder der Gemeinschaft. Als ein zentrales Element gilt die „Nacht der Lichter“ am Sonntagabend, die durch Stille, Gesang und mehrsprachige Gebete geprägt ist. Die Anmeldung für die Veranstaltung ist über die Plattform taize.ch geöffnet und richtet sich an Interessierte aus der Schweiz sowie den Nachbarländern Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich.

(vatican news/pm)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

16. Mai 2026, 11:47