Bischof Jung mit Birgit Pottler am Vatican Media Stand auf dem 104. Katholikentag Würzburg 2026 Bischof Jung mit Birgit Pottler am Vatican Media Stand auf dem 104. Katholikentag Würzburg 2026  

Katholikentag: „Wir brauchen diese Ereignisse“

Bischof Franz Jung von Würzburg ist ziemlich zufrieden damit, wie der Katholikentag in seiner Stadt läuft.



In einem Gespräch an unserem Vatikan-Medienstand sprach er von „inspirierenden Gottesdiensten“ und davon, dass die vielen Stände des Katholikentags „ein großes Netzwerk der Hoffnung“ bilden. „Wir brauchen diese Ereignisse, diese Katholikentage immer wieder als Zeichen, dass wir nicht allein unterwegs sind“, so Jung. Der 104. Deutsche Katholikentag hat das Motto „Hab Mut, steh auf“.

Interview

Herr Bischof Jung, Sie sind der gastgebende Bischof dieses Katholikentags, und Sie haben im Vorfeld schon gesagt, Kirche solle hier ein sichtbares Zeichen der Hoffnung sein. Wie kann sie das leisten auf diesem Kirchentag?

„Also, erst mal in unseren inspirierenden Gottesdiensten! Das ist ganz wichtig: in den Gottesdiensten unseren Glauben zu feiern, Spiritualität stark zu machen. Ich habe es gestern in der Predigt auch gesagt: Christus am Himmelfahrtstag als den Hoffnungsanker im Himmel zu erleben, an dem wir uns festhalten können und der uns eine neue Perspektive im Leben gibt. Und jetzt bei den vielen Ständen hier zu sehen, dass Kirche ein großes Netzwerk der Hoffnung ist, sei es durch das sozial-karitative Engagement, sei es durch den Einsatz in der Politik, sei es durch Verbände. Wie auch immer – ich glaube, es wird sehr, sehr deutlich, dass wir ein großes weltweites Netzwerk sind.

Ich freue mich auch sehr, dass zwei Delegationen unserer Partnerbistümer da sind, aus Tansania und aus dem brasilianischen Amazonasgebiet; das ist ein ganz schönes Zeichen eines weltweiten Miteinanders.“

  (ANSA)

„Das sagen mir viele Menschen: Diese Begegnungen hier und dieses Miteinander, das prägt, und es gibt auch Kraft für das eigene Engagement“


Bei Großveranstaltungen gibt es oft die Kritik: Das ist doch nur eine Momentaufnahme, und danach verpufft alles. Wie wollen oder können Sie vielleicht garantieren, dass das für Ihr Bistum nicht so sein wird?

„Also, garantieren kann ich es überhaupt nicht. Aber wir brauchen diese Ereignisse, diese Katholikentage immer wieder als Zeichen, dass wir nicht allein unterwegs sind, sondern dass wir mit vielen, vielen anderen Gleichgesinnten an vielen Orten eine Kirche sind. Zu wissen: Ich bin nicht der letzte Mohikaner, sondern wir sind viele, und wir sind an unterschiedlichen Stellen in dem einen Glauben unterwegs – dieses Gefühl halte ich für sehr wichtig. Das sagen mir auch viele Menschen: Diese Begegnungen hier und dieses Miteinander, das prägt, und es gibt auch Kraft für das eigene Engagement.

Dieses Motto des Katholikentags ‚Hab Mut, steh auf‘ geht ja noch weiter: Du bist gerufen…

„Er ruft dich!“

Bei der Eröffnung des Katholikentages
Bei der Eröffnung des Katholikentages   (ANSA)

„Wir sind als Kirche da, wo wir gebraucht werden“


Wozu ist Kirche in dieser Stadt Würzburg, und wozu ist Kirche in Deutschland gerufen? Zu welcher Zusammenarbeit vielleicht auch?

„Wir sind erst mal gerufen, unseren Glauben zu verkünden. Wer heute in der Öffentlichkeit sagt – und das erzählen mir auch die kleinen Ministrantinnen, Ministranten immer –, dass er sich für Kirche engagiert, dass er da unterwegs ist… das ist erst mal mutig. Es ist nicht selbstverständlich. Wir sind auch Missionsland, auch im katholischen Unterfranken: Wir sind Missionsland! Und zu sagen, ich stehe zu diesem Glauben, ist ein wichtiges Statement.

Dann: Wozu sind wir gerufen? Wir sind gerufen, in dieser Stadt an den Brennpunkten zu sein. Ich versuche das persönlich durch mein Engagement in der Bahnhofsmission deutlich zu machen. Wir sind als Kirche da, wo wir gebraucht werden. Wir versuchen durch unsere Akademiearbeit eine Plattform zu bilden, an der viele gesellschaftliche Player zusammenkommen, wo wir uns über die zentralen Themen verständigen oder versuchen, zumindest eine christliche Perspektive einzuspielen.“


Kurz und knapp: Welchen Satz wünschen Sie sich, am Sonntagmittag um 12:00 sagen zu können?

„Das ist ein wirklich inspirierender Katholikentag, der vielen Menschen Mut gemacht hat!“

Mit Bischof Jung sprach Birgit Pottler.

(vatican news)
 

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

16. Mai 2026, 10:27