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Der FC Bayern München und der VfB Stuttgart buhlen um diesen Pokal. Der FC Bayern München und der VfB Stuttgart buhlen um diesen Pokal.  (ANSA)

Ökumenischer Gottesdienst zum Pokalfinale: Kirchen werben für Respekt

Die Evangelische Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz haben am Tag des DFB-Pokalfinales gemeinsam mit Vertretern des Deutschen Fußball-Bundes, Fans und ehrenamtlichen Helfern einen ökumenischen Gottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gefeiert. Die traditionelle Veranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto „Völlig losgelöst“.



Mario Galgano - Vatikanstadt

Der Sportbischof der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Stefan Oster aus Passau, zog in seiner Predigt eine Verbindung zwischen dem anstehenden Pfingstfest und der Begeisterung für den Fußball. Das Pfingstfest berichte vom Geist Gottes als einem Feuer, das Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache zusammenführe. Eine ähnliche Dynamik zeige sich im Sport, wo die Zuneigung zum Spiel und die Identifikation mit einer Mannschaft Menschen zusammenbringe. Gleichzeitig mahnte der Bischof eine Differenzierung zwischen positiver Begeisterung und Fanatismus an. Nicht jede Form von Emotion im Stadion oder im religiösen Kontext sei auf den Heiligen Geist zurückzuführen. Hass, Ausgrenzung und die Herabwürdigung anderer Personen stünden im Widerspruch zum christlichen Glauben. Bezüglich des sportlichen Wettkampfs betonte er, dass der Wunsch nach dem Sieg der eigenen Mannschaft legitim sei, letztlich jedoch das gemeinsame Erleben des Sports im Vordergrund stehen müsse.

Vorbereitungstraining auf das DFB-Pokalspiel
Vorbereitungstraining auf das DFB-Pokalspiel   (AFP or licensors)

Soziale Aspekte

Der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Thorsten Latzel, hob ebenfalls die sozialen Aspekte von Glauben und Sport hervor. Beide Lebensbereiche basierten auf Teamgeist und Gemeinschaft, da niemand isoliert für sich allein glaube, liebe oder hoffe. Während der Sport den Körper fordere, bedeute der Glaube eine Schulung der Seele. Das Pfingstfest erinnere daran, dass Gott den Menschen den Geist schenke, der sie zu einem gemeinschaftlichen Handeln befreie. Jesus Christus habe selbst eine Gemeinschaft um sich versammelt und ein Handeln vorgelebt, das auf Fairness beruhe. Sowohl die Kirche als auch das Stadion seien Orte, an denen Menschen kollektiv singen, feiern, schweigen und trauern. Als wesentlichen Unterschied benannte er, dass im Stadion die Konzentration auf der eigenen Mannschaft liege, während es in der Kirche um die gesamte Menschheit gehe.

Würden am liebsten den Pokal mit den Fans feiern.... Trainer und Spieler der beiden Mannschaften
Würden am liebsten den Pokal mit den Fans feiern.... Trainer und Spieler der beiden Mannschaften   (ANSA)

Gestaltung des Gottesdienstes

An der Gestaltung des Gottesdienstes beteiligten sich vonseiten des Deutschen Fußball-Bundes dessen Präsident Bernd Neuendorf sowie Fanvertretungen von Bayern München und vom VfB Stuttgart. Zudem wirkten Inga Rohoff als stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Kirche und Sport der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie Thorsten Kapperer als stellvertretender Vorsitzender des entsprechenden katholischen Arbeitskreises mit. Die Liturgie wurde unter anderem von Pfarrerin Kathrin Oxen von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche begleitet. Unterstützt wurde die Feier darüber hinaus von Angehörigen der Polizei, ehrenamtlichen Helfern sowie Vertretern weiterer gesellschaftlicher Gruppen, darunter auch aus jüdischen und muslimischen Organisationen.

Zahlreiche Fußballfans nahmen an der Veranstaltung teil. Im Rahmen des Gottesdienstes wurde um ein regelkonformes Spiel, gegenseitige Anerkennung, die Sicherheit aller Beteiligten im Stadion und ein friedliches Verhalten abseits des Spielfelds gebeten.

(dbk)

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23. Mai 2026, 14:36