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Ein Roboter bei einer Veranstaltung zum Thema Künstliche Intelligenz an einer Universität in Rom, 2023 Ein Roboter bei einer Veranstaltung zum Thema Künstliche Intelligenz an einer Universität in Rom, 2023  (ANSA)

Bischof Wilmer vor 1. Papst-Enzyklika: Kirche muss KI begleiten

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer, hat sich zur 1. Enzyklika von Papst Leo XIV. geäußert, die der Vatikan diesen Montag vorstellt. Das Schreiben könnte auf „eine christlich-sozialethische Antwort auf den Digitalkapitalismus des 21. Jahrhunderts im Sinne einer Orientierung für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft" abzielen, schreibt Bischof Wilmer in einem am Freitag veröffentlichten Gastbeitrag für das „Handelsblatt".

Wilmer beruft sich dabei auf die erste Ansprache des neuen Papstes an die Kardinäle kurz nach seiner Wahl, in der er sich zu seiner Namenswahl äußerte und in der er auf Papst Leo XIII. mit seiner berühmten Enzyklika „Rerum novarum" während der ersten großen industriellen Revolution verwies

„Man spricht bereits jetzt von einer Weiterentwicklung der katholischen Soziallehre, die ähnlich bedeutsam werden könnte wie die wirkmächtige erste Sozialenzyklika ,Rerum Novarum` von Papst Leo XIII. aus dem Jahr 1891. Damals reagierte Leo XIII. auf die sozialen Verwerfungen angesichts der revolutionären Entwicklungen der Industrialisierung: Fabrikarbeit, Ausbeutung, Kinderarbeit und die Entstehung eines entfesselten Kapitalismus." Die katholische Kirche setzte sich erstmals systematisch mit den Fragen moderner Wirtschaft und sozialer Gerechtigkeit auseinander: Arbeiterrechte, gerechter Lohn und der verantwortliche Umgang mit Privateigentum. In seinem Gastbeitrag für das „Handelsbatt" führt der Vorsitzende der DBK aus: 

„135 Jahre später stellen sich ähnliche Probleme in neuem Gewand: Wo einst dampfbetriebene Maschinen die Arbeitswelt umwälzten, ist es heute die Künstliche Intelligenz (KI). Nicht mehr Stahl und Kohle bilden die Grundlage wirtschaftlicher Macht, sondern Daten, Algorithmen und digitale Infrastrukturen." Bischof Wilmer beschreibt die Sorgen und Ängste in Deutschland zum Einsatz von KI in Gesellschaft und Arbeitswelt, spricht aber auch von KI „als positive Chance für den Alltag". Die Transformation der Arbeitswelt durch die zunehmende Digitalisierung werfe  „nicht nur ökonomische, sondern zutiefst menschliche Fragen für jeden Einzelnen und die Gesellschaft insgesamt im Raum", die die gesamte Gesellschaft betreffen. Darauf werde das Papstschreiben mit dem Titel „Magnifica humanitas“, wohl eingehen, so Bischof Wilmer:  „Die Kirche steht heute erneut vor der Aufgabe, gesellschaftlichen Wandel sozialethisch zu begleiten und mitzugestalten. Was ,Rerum novarum` für das Industriezeitalter war, könnte ,Magnifica humanitas` für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz werden." 

Die erste Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica humanitas“ stellt der Vatikan am Pfingstmontag, dem 25.5.2026 ab 11.15 vor - im Beisein von Papst Leo XIV. Wir übertragen im Livestream mit deutscher Übersetzung.

(handelsblatt - sst) 

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23. Mai 2026, 12:24