D: Missbrauchsbeauftragte Claus besucht alle Bundesländer
Wie ihr Büro am Mittwoch in Berlin mitteilte, will sich Claus vor Ort ein genaues Bild von den Hilfsangeboten machen und den Austausch mit Fachkräften sowie Betroffenen intensivieren. Ziel der Tour sei es, erfolgreiche Schutzkonzepte sichtbar zu machen, aber auch schonungslos Lücken im System zu identifizieren. „Kinder und Jugendliche müssen vor Ort geschützt werden – in Kitas, Schulen, Sportvereinen oder Kirchengemeinden – aber auch im Netz“, erklärte Claus zum Auftakt ihrer Initiative. Es reiche nicht aus, Konzepte auf dem Papier zu haben; diese müssten im Alltag „gelebt“ werden.
Austausch mit der Basis
Das Programm der Bundesbeauftragten ist dicht gedrängt. Geplant sind Besuche in Sportvereinen, Kinderschutzzentren, Schulen und Jugendämtern. Auch der Austausch mit den Landeskriminalämtern steht auf der Agenda, um die strafrechtliche Komponente und die Präventionsarbeit im digitalen Raum zu beleuchten. Besonders wichtig sei Claus dabei das direkte Gespräch mit jungen Menschen, um deren Perspektive in die politische Arbeit in Berlin einfließen zu lassen.
Zeitplan und Schwerpunkte
Die Tour beginnt bereits in der kommenden Woche in Rheinland-Pfalz (11. bis 13. März). Danach stehen Nordrhein-Westfalen im April und Baden-Württemberg im Juli auf dem Plan. Bis zum Ende des dritten Quartals 2026 sollen zudem Besuche in Thüringen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern folgen, bevor die restlichen Bundesländer bereist werden.
Kerstin Claus betonte, dass neben dem Ausbau von Hilfeangeboten vor allem die Stärkung von Fachberatungsstellen im Fokus stehen müsse. Diese bilden oft das Rückgrat für Betroffene, leiden aber häufig unter prekärer Finanzierung oder Personalmangel. „Ziel muss sein, dass Schutzkonzepte gelebt, Fachberatungsstellen gestärkt und Kinder- und Jugendschutz-Netzwerke weiter ausgebaut werden“, so die Beauftragte.
(kna - mg)
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