Neuer DBK-Vorsitzender Heiner Wilmer Neuer DBK-Vorsitzender Heiner Wilmer   (Foto: Deutsche Bischofskonferenz)

D: Hoffnungen zum neuen DBK-Vorsitz

An den neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) knüpfen sich Hoffnungen und Erwartungen von Seiten verschiedener kirchlicher und nicht-kirchlicher Gruppen. Zusammenfassung einiger Stimmen.

Rabbiner und der Zentralrat der Juden in Deutschland setzen weiter auf einen engen Austausch mit der katholischen Deutschen Bischofskonferenz und ihrem neuen Vorsitzenden. Mit Bischof Heiner Wilmer verbinden die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland und die Allgemeine Rabbinerkonferenz die Hoffnung auf einen guten jüdisch-christlichen Dialog.

Versachlichung und interreligiöser Dialog

Zentralratspräsident Josef Schuster hob hervor, dass Wilmer direkt nach seiner Wahl am Dienstag deutliche Worte zur Bedeutung eines guten Verhältnisses zwischen katholischer Kirche und jüdischer Gemeinschaft geäußert habe. Dies nehme er erfreut zur Kenntnis, so Schuster am Mittwoch. Die Vorsitzende der Allgemeinen Rabbinerkonferenz (ARK), Rabbinerin Elisa Klapheck, äußerte sich ähnlich. Der Vorstand der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschland (ORD) erwähnte „die zunehmende Polarisierung im Zusammenhang mit Israel“, die das jüdische Leben belaste. „Umso wichtiger ist eine klare und glaubwürdige Stimme der Kirchen, die zur Versachlichung beiträgt, Polarisierung und Extremismus entgegenwirkt und die Sicherheit und Würde jüdischen Lebens stärkt.“

Der Koordinationsrat der Muslime, Dachverband der großen Moscheeverbände in Deutschland, verbindet mit der Bischofskonferenz seit vielen Jahren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die wesentlich zum Gelingen des interreligiösen Dialogs auf allen Ebenen beitrage. Dieser habe wichtige Fortschritte gemacht, sagte Sprecher Ali Mete. Wilmer übernehme sein Amt in einer Zeit gesellschaftlicher und politischer Spannungen sowie wachsender Unsicherheiten. „Gerade in solchen Zeiten können Religionsgemeinschaften Orientierung geben, Verantwortung stärken und Gesellschaft sowie Politik an grundlegende Werte erinnern."

Reformerwartungen

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, bekräftigte, sie blicke mit großer Zuversicht auf die künftige Zusammenarbeit zwischen evangelischer und katholischer Kirche. Bischof Wilmer habe sie als einen aufgeschlossenen und weltgewandten Gesprächspartner kennengelernt, der Strukturreformen mit geistlicher Erneuerung verbinden wolle.

Reformorientierte kirchliche Gruppierungen und Verbände richteten bereits am Dienstag erste Forderungen an den Hildesheimer Bischof. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, appellierte an den Reformwillen des neuen Vorsitzenden: „Wir brauchen Ihr Herz für Reform und Zusammenhalt“, schrieb sie laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) in ihrem Glückwunschbrief. Wilmers Wahl sei eine Richtungsentscheidung für die Kirche in Deutschland. Auch der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) mahnten die Fortführung von Reformen an. „Insbesondere junge Menschen erwarten Beteiligung, Transparenz und eine Umsetzung der getroffenen Entscheidungen“, sagte der BDKJ-Vorsitzende Volker Andres.

Aufarbeitung von Missbrauch

Die Reformgruppierung „Wir sind Kirche“ betonte, die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs sei ebenfalls weiterhin ein zentrales Thema. Der Betroffenenverein „Eckiger Tisch“, der die Interessen von Missbrauchsüberlebenden vertritt, erinnerte mit Blick aus Wilmers Wahl daran, dass die Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt oberste Priorität haben müsse und Betroffeneninteressen in den Mittelpunkt gestellt werden müssten. Sie richteten eine Reihe konkreter Forderungen an den neuen DBK-Vorsitzenden, darunter etwa, versäumte Meldungen bei den Unfallkassen aufzuarbeiten. Unterlassene Meldungen hätten Betroffene um Heilbehandlungen, Rehabilitationsmaßnahmen und Rentenansprüche gebracht, schrieb „Eckiger Tisch“.

Auch die Caritas und mehrere katholische Hilfswerke meldeten sich zum neuen DBK-Vorsitzenden zu Wort. „Wir wollen gemeinsam die katholische Soziallehre als prophetische Stimme in unserer Arbeit nutzen: Liebe ist Tat", sagte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa. „Gerne werden wir mit Bischof Wilmer an einem Zukunftsbild der Kirche arbeiten, das der Liebe keine Grenzen setzt." missio bot Wilmer Zusammenarbeit im Bereich der Weltkirche an.

(kna/kap/pm  - pr)

 

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25. Februar 2026, 16:28