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Melissa Peritore, Friedhofsszene Manila (Foto Herta Gurtner) Melissa Peritore, Friedhofsszene Manila (Foto Herta Gurtner) 

Österreichisches Kulturforum Rom zeigt Ausstellung zum Leben auf Friedhöfen in Manila

Das auch architektonisch bemerkenswerte Österreichische Kulturforum in Rom, gleich hinter der Villa Borghese gelegen, fungiert als Ort des Austauschs, an dem regelmäßig Ausstellungen, Veranstaltungen und Diskussionen in deutscher Sprache stattfinden. Aktuell besticht eine Foto-Ausstellung aus Manila.

Herta Gurtner - Rom

Zum Beginn der Fastenzeit zeigt die in Wien ansässige italienisch-philippinische Fotografin Melissa Peritore Arbeiten über das Leben auf Friedhöfen in Manila. Die Bilder zeigen das Paradox einer Gemeinschaft, die im Schatten des Todes lebt und dennoch wächst. In ihren Fotografien zeigt Melissa Peritore, wie diese Orte der Trauer auch zu Orten des Lebens, der Resilienz und der Anpassung werden und wie Leben auf unerwartete Weise weiterexistiert. Für viele mag es zunächst absurd zu scheinen, an einem Ort für die Toten zu leben und somit ständig die Vergänglichkeit des Lebens vor Augen zu haben. 

Ein Bild aus der Ausstellung
Ein Bild aus der Ausstellung

Doch auf Friedhöfen der philippinischen Großstadt Manila ist es tagtägliche Realität, in der sich Leben und Tod überschneiden. Denn die objektive Wohnungsnot und die Suche nach einem sicheren Ort zum Leben zwingen seit Jahrzehnten Menschen und ganze Familien dazu, auf den Friedhöfen philippinischer Großstädte zu wohnen. Die Behörden haben mehrmals versucht, diese Gemeinschaften zu vertreiben, jedoch mit wenig Erfolg. Viele Familien kehrten aus Mangel an Alternativen zurück, und weil Friedhöfe sicherer sind als städtische Slums. 

Ein Bild aus der Ausstellung
Ein Bild aus der Ausstellung

Die enorm weitläufigen Friedhöfe Manilas sind somit nicht nur die Ruhestätte von etwa einer Million Verstorbenen, sondern auch Heimat für rund 6.000 Menschen. Viele Familien leben dort seit Generationen und haben sich innerhalb der Mauern eine eigene kleine Welt erschaffen. Die Bewohner arbeiten als Grabwächter, errichten Grabsteine oder helfen bei Bestattungen. Zusätzlich hat sich eine informelle Wirtschaft mit kleinen Läden und Ständen für Essen und Getränke und Dienstleistungen entwickelt, um den Lebensunterhalt zu sichern. Auch ein Basketballplatz für die Jugendlichen ist entstanden.

Hermine Aigner, Vizedirektorin des österreichischen Kulturforums (l), die Künstlerin Melissa Peritore (m), und Anna Catalano, Festivalgründerin und Leiterin des Festival Calabria (r)
Hermine Aigner, Vizedirektorin des österreichischen Kulturforums (l), die Künstlerin Melissa Peritore (m), und Anna Catalano, Festivalgründerin und Leiterin des Festival Calabria (r)   (Herta Gurtner)

Die Fotografin Melissa Peritore stellt Ort und Funktion infrage und erweitert deren Wahrnehmung. Ihre Fotografien sind erfüllt von Lebensfreude in einer Umgebung, in der der Tod stetig präsent ist.

Die Philippinen sind mit rund 80 Prozent Katholiken das katholischste Land Asiens.

Nach ihrem Erfolg beim Fotografia Calabria Festival 2025 zeigt Melissa Peritore ihr Fotoprojekt nun im Österreichischen Kulturforum Rom. Für die Programmierung zeichnet Vizedirektorin Hermine Aigner aus dem Innviertel/Oberösterreich verantwortlich. 

(vatican news)

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17. Februar 2026, 16:57