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Sr. Jacqueline Githiri VDM bei einer Beratungssitzung mit einem Klienten Sr. Jacqueline Githiri VDM bei einer Beratungssitzung mit einem Klienten
#SistersProject

Kenia: Familien wieder zusammenführen und Herzen aus Liebe heilen

In einer Welt, in der Depressionen, Sucht und zerbrochene Familien immer häufiger vorkommen, hat es sich Sr. Jacqueline Githiri VDM zur Aufgabe gemacht, ein Leuchtfeuer der Hoffnung und Heilung zu sein. In Kenia will sie durch Beratung, Mitgefühl und spirituelle Erneuerung still und leise dazu beitragen, Leben zu verändern.

von Sr. Christine Masivo CPS

Die „Visitation Daughters of Mary“, eine diözesane Kongregation in Kenia, widmen ihr Leben der Heilung von Herzen und der Wiederherstellung der Hoffnung für die Hoffnungslosen und Verzweifelten. Sr. Jacqueline Githiri, VDM, ist ein Leuchtfeuer des Mitgefühls und der Widerstandsfähigkeit für diejenigen, denen sie als Ordensschwester dient.
Unser Dienst

„Wir sind eine neue Gemeinschaft, die 2020 in der Erzdiözese Kisumu in Kenia gegründet wurde. Unser Dienst, der in unserem Charisma verwurzelt ist, besteht in der spirituellen Erneuerung von Familien, da wir wissen, dass viele Familien heute mit zahlreichen Problemen zu kämpfen haben, insbesondere im Zusammenhang mit Scheidung und vielen depressiven Problemen, die das Familienleben beeinträchtigen“, berichtet Sr. Jacqueline.

„Wir haben festgestellt, dass die meisten Probleme in einer spirituellen Leere begründet sind, und deshalb fühlen wir uns berufen, Familien an der Wurzel zu helfen“, sagt sie und weist darauf hin, dass ihre Gemeinschaft in der Beratung, Sozialarbeit und Seelsorge tätig ist.

Sr. Jacqueline Githiri VDM bei der Seelsorge mit einigen Dorfbewohnern
Sr. Jacqueline Githiri VDM bei der Seelsorge mit einigen Dorfbewohnern

Mission und Berufung

Durch Beratung, spirituelle Begleitung und unermüdliche Kontaktaufnahme begleitet Sr. Jacqueline Menschen aus allen Gesellschaftsschichten, die mit häuslicher Gewalt und Depressionen zu kämpfen haben. Ihr Dienst richtet sich an junge Menschen und sogar an Ordensleute und Priester, die Begleitung brauchen, um ihre Würde und ihren inneren Frieden wiederzufinden.

„Ich erkannte meine Berufung zur Begleitung und Beratung, als ich nach meinem Katechese-Kurs eine Ausbildung absolvierte. Viele Menschen kamen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen zu mir, und ich konnte einigen von ihnen nicht helfen“, erzählt sie. „Ich betete, und Gott erhörte meine Gebete, und ich schrieb mich für ein Postgraduierten-Diplom in Einzel- und Gruppenberatung ein, um meiner Sendung gerecht zu werden.“

Gemeinsamer Weg und Heilung

Sr. Jacquelines Dienst hat viele Leben berührt und ihr eigenes verändert. Sie erinnert sich an zwei Begegnungen, die einen tiefen Eindruck hinterlassen haben. Eine Mutter kam sehr niedergeschlagen zu ihr, nachdem sie von ihrem Mann misshandelt worden war und sich später, während sie schwanger war, scheiden ließ. Sr. Jacqueline begleitete die Frau, indem sie sie ermutigte und ihr half, trotz all der Schwierigkeiten, die sie durchmachte, wieder einen Sinn im Leben zu finden.

 

„Wir begleiteten sie gemeinsam, bis sie wieder auf eigenen Beinen stand. Sie hat Zwillinge, und es macht mich sehr glücklich, diese Mutter so froh zu sehen. Sie hat einen Job gefunden, arbeitet jetzt und kann für ihre drei Kinder sorgen.“

Der andere Fall betraf eine Ordensschwester, die sehr depressiv zu ihr kam, und Sr. Jacqueline bat ihre Gemeinschaft, sie zu begleiten. „Langsam erholte sie sich, und wir konnten sie wieder mit ihrer Kongregation in Kontakt bringen. Jetzt geht es ihr gut und sie ist wieder aktiv.“

Solche Geschichten bestätigen Sr. Jacquelines Überzeugung, dass Heilung möglich ist, wenn Menschen mit Liebe und Geduld begleitet werden. „Ich habe gelernt, dass Menschen nicht schlecht sind“, reflektiert sie. „Sie sind oft Opfer ihrer Erziehung, ihrer Erfahrungen oder ihrer Umgebung. Das hat mich gelehrt, für Menschen zu beten und sie nicht zu verurteilen.“

Ressourcen und Privatsphäre

Trotz der Freude an ihrer Arbeit steht Sr. Jacqueline vor großen Herausforderungen. „Manche Fälle erfordern eine nahe Begleitung, aber uns fehlen Einrichtungen, um die Patienten in Krisensituationen unterzubringen“, erzählt sie. „Ich hatte schon viele Fälle, die Betreuung benötigten, darunter ein Mädchen, das einen brutalen Angriff durch ihre Familie überlebt hatte, und eine Studentin, die unter schweren Depressionen litt und Beobachtung und Nachsorge benötigte.“ Sr. Jacqueline konnte sie nicht aufnehmen. „Das schmerzt mich zutiefst“, vertraut sie uns an.

 

Ihr Traum ist es, ein Familienzentrum aufzubauen, einen sicheren Ort, an dem Menschen, die mit emotionalen oder psychischen Verletzungen zu kämpfen haben, vorübergehend Zuflucht und ganzheitliche Betreuung finden können. „Es würde auch als Ausbildungs- und Aufklärungszentrum für Familien dienen“, erklärt sie. „Viele Menschen fallen in Depressionen, weil es keine Prävention und keine frühzeitige Intervention gibt. Wir hoffen, dass wir das ändern können, indem wir als Kongregation eine Brücke schlagen.“

In ihrem Dienst arbeitet Sr. Jacqueline eng mit Priestern, Ordensleuten und Laien zusammen. Sie legt für jede Gruppe bestimmte Tage fest, um Vertraulichkeit und Respekt zu gewährleisten.

Ihre Kongregation verfügt derzeit über zwei ausgebildete Beraterinnen, eine weitere befindet sich in der Ausbildung. Gemeinsam bieten sie Seminare, Workshops und Einzelsitzungen an, manchmal unter schwierigen Bedingungen. „Im Moment nutze ich einen kleinen Schiffscontainer als Beratungsbüro. Aber wir vertrauen darauf, dass Gott uns eines Tages einen besseren Ort zur Verfügung stellen wird.“

Wachstum durch Dienst und Zusammenarbeit

„Mein Dienst hat mir die Augen für das Leid der Menschen geöffnet und mich mitfühlender gemacht“, sagt Sr. Jacqueline. „Ich sehe, dass jeder zu Gutem fähig ist, wenn man ihm versteht und ihm zuhört.“ Sr. Jacqueline appelliert an ihre Mitbrüder und -schwestern im Ordensleben und im Klerus, den Menschen zuzuhören. „Wo auch immer wir sind, ob Priester, Ordensbrüder oder Ordensschwestern, wir müssen uns der Begleitung verschreiben,“ sagt sie. „Es ist nicht nur ein Beruf, es ist ein Dienst der Präsenz. Die Menschen leiden und brauchen jemanden, der sie begleitet.“

(vaticannews)

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13. Februar 2026, 08:00