Kardinal Marx: „Was der Patriarch von Moskau sagt, ist Häresie“
Kardinal Marx beklagte eine weltweite Tendenz, wonach religiöse Führer die gefährliche Nähe zur Macht suchten. Dem setzte er ein klares kirchliches Mandat entgegen: „Religion darf nicht an der Seite der Mächtigen stehen, sondern muss an der Seite der Schwachen und Opfer stehen“, so Marx. Zudem mahnte er zu Demut im Wahrheitsanspruch. „Wir besitzen die Wahrheit nicht. Jeder Mensch ist ein Bild Gottes, wir sind alle Brüder und Schwestern.“
Schock über antiliberalen Gleichklang
Besorgt zeigte sich der Kardinal über ideologische Parallelen zwischen der russischen Propaganda und bestimmten Strömungen in der US-Politik. Er sehe dort vermehrt antiliberale Tendenzen, die Freiheit und Solidarität unterminieren würden. Europa müsse sich daher dringend neu auf seine gemeinsamen Werte besinnen: „Wir brauchen eine Erneuerung unserer Position, unserer Ideen, eine Verständigung auf unsere gemeinsamen Werte.“
Hochkarätiges Podium zur Sicherheitsethik
Die Diskussion fand im Rahmen des Symposiums „Moral and Religious Dimension of Security“ statt, das die LMU gemeinsam mit der Ukrainischen Katholischen Universität Lemberg und der University of Notre Dame (USA) veranstaltet.
Neben Kardinal Marx nahmen weitere profilierte Stimmen teil, darunter der Osteuropahistoriker und Friedenspreisträger Karl Schlögel sowie der ukrainische Menschenrechtsaktivist Maksym Butkevych, der 2025 mit dem Václav-Havel-Preis ausgezeichnet wurde. Auch die Expertinnen Katrin Boeck und Regina Elsner sowie der polnische Botschafter Jan Tombiński debattierten über die „Auflösung der Wahrheit“ im hybriden Krieg Russlands.
(pm - mg)
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